Norina Quinte, Elisabeth Kuon, Nadja Fischer, Andreas Hölldorfer (v.l.n.r) sind die Initiatoren des Projekts ATO. Wir haben mit ihnen über die Bedeutung der Share Economy für die Kunst gesprochen.

Liebes ATO-Team, ihr gehört mit eurem Projekt ATO zu den Gewinnern des diesjährigen ShareBW-Wettbewerbs… 

Ja, wir freuen uns wirklich sehr, dass unsere Idee so positiv aufgenommen wird. Insbesondere natürlich auch über den Gewinn des Preises!

Welche Idee steckt hinter ATO?

Hinter ATO steckt ein engagiertes, junges Kollektiv, das sich zusammengefunden hat, um die Kunstwelt etwas aufzumischen. Warum? Weil wir der Meinung sind, dass KünstlerInnen fairer an ihren Werken beteiligt werden sollten.

Wir möchten mit ATO ein faires und transparentes System für KünstlerInnen und KäuferInnen schaffen – das reale Erleben von Kunst soll mit den neuen digitalen Technologien verknüpft werden.

Wie ist ATO entstanden? 

ATO entstand aus dem ersten, dem zwanzigsten und dem fünfzehnten Buchstaben des Alphabets.

Mit eurer Online-Plattform wollt ihr unter anderem die öffentliche Partizipation an Kunst ermöglichen. Warum ist das so wichtig? 

Wir selbst haben durch unsere realisierten Projekte in den vergangenen Jahren gemerkt, dass sich viele Menschen wünschen, Teil einer Bewegung zu sein, die ihnen gefällt und dass großes Interesse an partizipativen Möglichkeiten besteht. Hauptgrund ist sicherlich das Bedürfnis nach Gemeinschaft, das Teilen von Kultur und der Austausch untereinander. In der Kunst ist die Teilnahme der BetrachterInnen immer wichtiger geworden – die Idee, dass Kunst als Bindeglied zwischen Visionen und Publikum (im Digitalen spräche man hier von der Crowd) funktioniert, unterstützen wir. Oft wird die Kunstwelt von Außenstehenden als sehr abgeschottet und elitär wahrgenommen und der Zugang ist für viele schwer – auch das möchten wir gerne ändern. Wir sind der Meinung, dass Kunst die Gesellschaft bereichert und jede(r) einen Beitrag dazu leisten kann. 

Neben dem reinen Verkauf von Kunst setzt ihr unter anderem auf Sponsoring und Crowdfunding. Wie werden diese neuen Wege der Finanzierung von Kunstschaffenden und -liebhabern angenommen?

Wir sind ja noch nicht online. Darauf sind auch wir sehr gespannt… Gerade bei neuen Konzepten, insbesondere solchen, die bestehende Formen hinterfragen und erneuen wollen, ist das ganz schön aufregend!

Wie passen Share Economy und Kunst zusammen?

In der Kunst ist das Teilen ja bereits enthalten. Indem die KünstlerInnen ihre Ideen mit den BetrachterInnen teilen, wird das Erleben von Kunst erst möglich. 

Dass die Kunst sich dem vorherrschenden wirtschaftlichen System, in unserem Fall also einem globalen Kapitalismus, nicht entziehen kann ist unumgänglich, da auch KünstlerInnen und Kunst-interessierte Teil der Gesellschaft und ihrer (monetären) Wert-Umgangsformen sind. Seit der Digitalisierung und dem World Wide Web wird dies verstärkt deutlich. 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, am shareBW-Wettbewerb teilzunehmen?

Gemeinsam suchen wir nach Finanzierungsmöglichkeiten und nach UnterstützerInnen für unsere Vision ATO. ShareBW kam uns hierfür sehr geeignet vor. Alle im Team hatten sofort Lust, sich zu bewerben.

Setzt ihr privat auch in anderen Bereichen auf Sharing-Angebote und wie schätzt ihr das Potential der Share Economy im gesamtgesellschaftlichen Kontext ein?

Klar, wir versuchen auch in anderen Bereichen zu teilen. Einige von uns arbeiten zum Beispiel ehrenamtlich in einem Kulturverein und leiten einen Projektraum, der als Vernetzungsplattform für Interessierte funktioniert. Jede(r) BürgerIn ist dabei herzlich eingeladen, an Aktionen teilzunehmen und gestaltend mitzuwirken. Außerdem nutzen wir praktische Angebote wie Mitfahrgelegenheiten oder Car-Sharing.

Das Potential von Share Economy ist groß, es ist die Zukunft des Teilens, die wir uns wünschen und die wir unterstützen möchten.

Welche Veränderungen stehen – nach dem Sieg beim ShareBW-Wettbewerb – in den kommenden Monaten bei euch an?

Durch den „Sieg“ beim Share BW-Wettbewerb sind wir nochmals bestärkt worden unser Konzept umzusetzen. Es ermöglicht uns außerdem, unser Team zu fairen finanziellen Konditionen zu vergrößern. Leider sind viel zu viele Kreativschaffende unbezahltes Arbeiten gewohnt – und auch das möchten wir langfristig gerne ändern.

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