Die Digitalisierung hält Einzug in alle Lebensbereiche und schafft völlig neue Geschäftssegmente: Das Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Big Data. Mit dem Wettbewerb shareBW fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst nun ein weiteres Segment der Digitalen Transformation: die Share Economy. Und damit setzt das Land Baden-Württemberg einen wichtigen Impuls.
Keine Frage. Die Idee des Teilens hat sich in den vergangenen Jahren nicht ganz so positiv entwickelt, wie es sich viele erhofft hatten, als der Trend 2012 erstmals über den großen Teich schwappte. Von einer neuen Ökonomie des Teilens war die Rede. Von weniger Konsum und von mehr Nachhaltigkeit. Und doch scheint es, als herrsche bei den ganz Großen der Branche wieder einmal eine „the Winner takes it all“-Mentalität.

Wer ist Schuld an der Entwicklung? Die Vermittlungsplattformen?

Airbnbisierung nennt das Zeit Magazin diese Entwicklung. Auch von einer Uberfication könnte man sprechen. Denn es sind allen voran ebendiese Vermittlungsplattformen, die der altruistischen Idee den Zauber rauben.

Nicht die Privatperson, die das das zentral liegende Apartment in der Urlaubszeit vermietet, bildet auf Airbnb die Mehrheit, sondern der professionelle Anbieter, der im Städtetourismus das große Geschäft wittert. Und das Auto teilt man sich nicht, weil man ohnehin in die gleiche Richtung fährt, sondern weil sich so die Taxilizenz umgehen lässt.

Folgerichtig bezeichnet Sascha Lobo ebenjene Vermittlungsportale als die Repräsentanten einer neuen digitalen Wirtschaftsordnung: des Plattform-Kapitalismus.

Share Economy – Share dich zum Teufel?

Sollte man nun also die Idee des Teilens als für gescheitert erklären? Keineswegs. Share Economy kann funktionieren. Die südkoreanische Hauptstadt Seoul, das Paradebeispiel einer Sharing City, investiert in eine auf Teilen ausgerichtete Infrastruktur. Für Berlin hat eine Initiative eine interaktive Karte online gestellt, mit den wichtigsten Hotspots der regionalen Sharing Community. Auch das Projekt OuiShare, eine Plattform für die internationale Sharing Community, hat Vorzeigecharakter.

Und auch in unserer Gesellschaft ist die Share Economy angekommen. Mehr als drei Viertel der Deutschen bestätigen laut einer Studie von pwc, dass Mieten oder Leihen manchmal einen klaren Vorteil gegenüber Besitzen hat. 46% aller Befragten haben bereits einmal ein Share Economy Produkt genutzt. Und 64% planen dies innerhalb der nächsten beiden Jahre zu tun.

Wie Christoph Strobel feststellt, ist eben entscheidend, wer die Grenzen zieht. Nicht die Monopolisten sollten den Takt angeben, sondern die Gesellschaft.

shareBW – Impulsgeber der digitalen Transformation

Um der Share Economy, der Idee des Teilens statt des Besitzens, einen starken Impuls zu geben, hat das das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg den Wettbewerb shareBW ausgeschrieben und fördert neuartige Ansätze mit Preisgeldern von insgesamt 180.000 Euro.

Der Wettbewerb zielt darauf ab, den Nutzen und die Möglichkeiten der Share Economy nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im sozialen und gesellschaftlichen Miteinander erlebbar zu gestalten und zu verankern. „Wir wollen den Nutzen und die Möglichkeiten der Share Economy nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im sozialen und gesellschaftlichen Miteinander erlebbar gestalten und verankern. Und damit einen Beitrag zum digitalen Wandel in der Gesellschaft leisten und die nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes fördern“, so Ministerin Theresia Bauer in einer Pressemitteilung.

Am Wettbewerb teilnehmen kann quasi jeder: Städte und Gemeinden, soziale Einrichtungen, Vereine, Verbände, Start-ups, mittelständische Unternehmen, Privatpersonen, Studenten, ja sogar Schüler – vorausgesetzt sie wohnen in Baden-Württemberg.

Die Teilnahmebedingungen wurden bewusst niedrig gehalten, um auch Personen eine Teilnahme zu ermöglichen, die mit Förderprojekten und der Antragsstellung keine Erfahrung haben. Eine kurze und prägnante Beschreibung der Idee auf 3-6 Seiten genügt. Zudem stehen Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Bewerbungsschluss ist der 19. Oktober 2015.

Weitere Informationen unter: www.sharebw.de

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