Mietparks sind in den USA schon seit vielen Jahrzehnten beliebt – und auch in Deutschland steigt die Nachfrage nach Lagerräumen außerhalb der eigenen vier Wände rasant an. Ein Blick auf die Share Economy in Kellern und Garagen.

Teilen statt Haben – dieses Prinzip scheint sich vor allem in Großstädten mehr und mehr durchzusetzen. Einer der Gründe dafür ist der Platzmangel im urbanen Raum: Viele Städter leben in kleinen Wohnungen, zu denen weder ein Keller noch ein Dachboden gehört. Eine eigene Garage vor der Haustür? Das gilt in Städten wie Berlin, München oder Stuttgart als purer Luxus.

Aus diesem Grund ist es für diese Menschen sinnvoll, die Angebote der Share Economy zu nutzen: Car-Sharing erspart die lästige Parkplatzsuche, dank Bike-Sharing muss man nicht jede Nacht Angst haben, dass einem das Fahrrad geklaut wird, und auch Dinge, die man nicht täglich braucht (Werkzeuge, Gartengeräte oder einen PKW-Anhänger), leiht man sich lieber aus, anstatt sie zu kaufen. Denn alles was man sich kauft, muss man auch irgendwo lagern.

Das ist die eine Möglichkeit. Die andere besteht darin, weder das Auto, noch das Fahrrad noch die Werkzeuge mit anderen zu teilen, sondern den Lagerraum.

Mietparks und Lagerräume boomen

Wer im Fernsehen gerne mal zappt, ist sicherlich schon das ein oder andere Mal über „Storage Wars“ gestolpert. In der US-amerikanischen Doku-Soap geht es kurz gesagt darum, dass die Teilnehmer Self-Storage-Einheiten (im Regelfall kleinere Garagen) kaufen, bei denen die Mietzahlungen überfällig sind – in der Hoffnung darin irgendwelche verborgenen Schätze zu finden. In US-Blockbustern dienen solche Mietparks auch gerne mal als Waffen- oder Drogenverstecke.

Während sich Mietlager in den USA bereits seit den frühen 1960er-Jahren größter Beliebtheit erfreuen, zeigte man sich hierzulande lange Zeit zurückhaltend. Bis jetzt. In Ravensburg entstand das erste große Mietlager bereits Ende 2016. In Darmstadt hat eine ähnliche Anlage in nur einem Jahr die Rentabilitätsgrenze von 60 Prozent erreicht. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Mietlager deutschlandweit in den kommenden zehn Jahren von derzeit 100 auf über 400 steigen wird. Im Schnitt haben solche Selfstorage-Immobilien eine Fläche von 8000 Quadratmetern verteilt auf auf etwa 1000 Mietabteile mit Größen zwischen einem und 50 Quadratmetern.

Das Geschäft mit den Lagerräumen boomt, denn insbesondere in Großstädten herrscht seit Jahren Platzmangel – und noch ist keine Kehrtwende in Sicht.

Den Keller teilen, anstatt ihn leer stehen zu lassen

Freilich handelt es sich bei klassischen Mietparks um rein kommerzielle Angebote, deren Gebäude eigens zu diesem Zweck gebaut werden und die aufgrund der hohen Rentabilität auch für Investoren lukrativ sind.

Die Share Economy geht hier andere Wege. Zahlreiche Start-ups haben erkannt, dass in Zeiten der Raumknappheit die Nachfrage nach Lagerräumen groß ist. Gleichzeitig gibt es unzählige Keller und Speicher in deutschen Haushalten, die leer stehen. Vor allem ältere Leute, die einst große Häuser gebaut haben, betreten ihre Keller vielerorts nur noch selten.

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So wirbt das österreichische Unternehmen StoreMe für seine Plattform. Eines seiner deutschen Pendants stammt aus Hamburg und firmiert unter dem Namen ShelfSailor. Hier können neben Kellern und Garagen auch Container angemietet werden. Ab 8 Euro pro Quadratmeter und Monat ist man dabei. Die Kooperation mit einer Versicherung soll sicherstellen, dass die Lager gegen Feuer, Einbruch und Diebstahl geschützt sind.

In puncto Self-Storage ist Deutschland momentan der am schnellsten wachsende Markt in Europa – und die Share Economy trägt ihren Teil dazu bei, dass nicht nur neuer Platz entsteht, sondern auch bereits vorhandener sinnvoll genutzt wird.

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