Die Sharing Economy verändert unser Konsumverhalten. Dinge zu besitzen wird insbesondere für die jüngeren Generationen immer unwichtiger. Neue Vertriebsmodelle sind gefragt. In der Automobilbranche geht der Trend deshalb in Richtung Fahrzeug-Flatrate.

Die Entscheidung, ein Auto zu kaufen, bringt viele finanzielle Verpflichtungen mit sich: Neben dem im Regelfall hohen Anschaffungspreis müssen Versicherungen abgeschlossen werden, alljährlich wird die KFZ-Steuer fällig – und die ganzen Kosten für Wartung und Verschleiß kommen noch on top. Das schreckt vor allem jüngere Menschen in urbanen Gebieten ab, denen der Besitz eines eigenen Autos ohnehin nicht mehr so wichtig ist, wie das noch vor 30 Jahren der Fall war. Sie wünschen sich Flexibilität, Unabhängigkeit und Abwechslung.

Die Automobilindustrie hat sich dieser Herausforderung nun angenommen – und versucht mit Abo-Modellen neue Zielgruppen für sich zu gewinnen.

Ein monatlicher Fixpreis, viele Möglichkeiten

Im Prinzip handelt es sich bei den „Flatrates“ der Automobilkonzerne um nichts anderes als eine Art Langzeitmiete. Nur eben direkt vom Hersteller. Der Kunde bezahlt eine monatliche Gebühr und kann dafür ein Auto seiner Wahl fahren. In dieser Rate sind die Versicherungen, die KFZ-Steuer sowie die Wartung und etwaige Reparaturen bereits inbegriffen. Einige Hersteller inkludieren sogar das Tanken und Waschen.

Was die Abo-Modelle zudem attraktiv machen soll, ist die damit verbundene Abwechslung bei den Fahrzeugmodellen. Mercedes etwa bietet seinen Kunden im Rahmen der „Mercedes Me Flexperience“ die Möglichkeit, pro Jahr bis zu zwölf neue Fahrzeuge von Mercedes-Benz zu fahren. Anders ausgedrückt: Man fährt jeden Monat ein anderes Auto. Innerhalb einer Fahrzeugkategorie (C-Klasse, E-Klasse, etc.) bleibt der Preis gleich, egal, ob man sich nun für das Cabrio, das Coupé, die Limousine oder den Kombi entscheidet. Verwaltet wird alles bequem per Smartphone-App.

Neben Mercedes haben auch Volvo (Care by Volvo), BMW (Access by BMW), Cadillac (Book by Cadillac) und Porsche (Porsche Passport) ähnliche Abo-Modelle im Angebot.

Mercedes Me Flexperience

 

Auto-Flatrates haben ihren Preis

Während es bei der Sharing Economy – also beim „Teilen statt Haben“ im klassischen Sinne – darum geht, bestimmte Dinge der Allgemeinheit durch günstigere Preise zugänglicher zu machen oder bestehende Ressourcen effizienter zu nutzen, ist das beim „Mieten statt Kaufen“ nicht unbedingt der Fall. Bei „Care by Volvo“ etwa, bezahlt man für einen XC40 mindestens 699 Euro im Monat, für einen V60 stolze 849 Euro. Ein wahres Schnäppchen im Vergleich zu „Access by BMW“ und „Porsche Passport“, wo die günstigste Rate bei 2000 US-Dollar monatlich liegt. Mercedes hat zur „Me Flexperience“ zwar noch keine Preise veröffentlicht, für ein Fahrzeug in der Kategorie der A-Klasse dürften allerdings weit über 500 Euro im Monat fällig werden. Zum Vergleich: Als Leasing-Fahrzeug bekommt man einen Volvo XC40 bereits ab rund 300 Euro. Freilich ohne Steuern, Wartung und Versicherungen, aber bis die 699 Euro des Abos erreicht sind, ist noch viel Luft nach oben.

Tatsächlich machen die Autohersteller daraus auch gar kein Geheimnis. Volvo bewirbt sein Abo sogar als „Premium-Mobilität auf Zeit“. Bei den Auto-Flatrates steht ganz klar der Komfort im Vordergrund – und die Möglichkeit, stets das neueste Modell zu fahren. Ohne Verpflichtungen. Ohne Risiken.

Dass das neue Vertriebsmodell bei den Autofahrern gut ankommen wird, glauben offenbar nicht nur die Hersteller selbst. Marken-unabhängige Anbieter wir like2drive oder Cluno mischen bereits kräftig mit:

„Verschwenden Sie keinen Gedanken an eine Anzahlung, Versicherungsbeiträge oder Werkstattkosten. Genießen Sie einfach Ihre Mobilität mit unserem auto all-inclusive Angebot.“ – like2drive

Cluno ist ein völlig neues Mobilitätskonzept, mit dem du immer “dein” Auto fährst – so lange du möchtest, so flexibel du möchtest und zu einem fixen, monatlichen Paketpreis, der außer Tanken alles beinhaltet. Wirklich alles!

Bleibt die Frage, wie viel der neuen Generation Autofahrer ihre Mobilität und Flexibilität wert ist. Bei Cluno etwa bezahlt man für einen Opel Corsa 259 Euro, für einen VW Golf 429 Euro und für einen Audi A4 549 Euro im Monat – das ist viel Geld, gerade für junge Menschen.

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