Mit der Sharing Economy verbindet man gemeinhin das Teilen von „einfachen“ Produkten und Dienstleistungen. Unternehmen wie Eleven James zeigen jedoch, dass das Sharing-Konzept auch der Luxusbranche neue Geschäftsmodelle eröffnet.

Anderen die eigene Wohnung zur Verfügung stellen, wenn man sie selbst nicht nutzt. Auf Car-Sharing setzen, anstatt ein eigenes Auto zu kaufen. Den Rasenmäher, den man nur vier Mal im Jahr braucht, lieber ausleihen. Oder ein Gartengrundstück mit anderen teilen. All das sind Szenarien, die üblicherweise mit der Sharing Economy in Verbindung gebracht werden.

Bei einer Rolex Daytona oder dem neuesten Modell von Patek Philippe denken dagegen wohl nur die wenigsten an die Sharing Economy. Wer eine Uhr für weit über 10.000 Euro trägt, sieht diese doch als ein Statussymbol, das man besitzen und nicht mit anderen teilen möchte – oder etwa nicht?

Das bereits 2014 gegründete Unternehmen Eleven James zeigt, dass auch die Luxusbranche von den Einflüssen der Sharing Economy nicht unberührt bleibt.

Sharing mal anders: Welche Rolex trage ich diesen Monat?

Das Geschäftsmodell von Eleven James entspricht im weitesten Sinne dem von Grover: Anstatt etwas zu kaufen, mietet man es. Nur dass es bei Eleven James nicht um Smartphones für ein paar hundert Euro geht, sondern um Uhren im Gegenwert eines Kleinwagens.

Zunächst muss sich der zahlungswillige Kunde für eine monatliche Rate entscheiden. Los geht es bei 200 US-Dollar. Dafür bekommt man eine Rolex Datejust oder Cartier Pasha. Für 500 US-Dollar im Monat gibt’s eine Breguet Marine Dual Time. Wer 1200 US-Dollar bezahlt, darf sogar einen Audemars Piguet Royal Oak Chronograph am Handgelenk tragen. Letzterer hat je nach Ausführung einen Wert von bis zu 40.000 Euro. Die Uhren behält man jeweils für drei Monate und tauscht sie danach gegen ein anderes (frei wählbares) Modell. Möchte sich der Kunde von der Uhr gar nicht mehr trennen, bietet ihm Eleven James freilich auch eine Kaufoption an.

Der Sharing-Gedanke findet sich in der Möglichkeit wieder, eigene Uhren über die Plattform mit anderen (gegen Bezahlung) zu teilen. Ein Sammler, der beispielsweise schon 20 Uhren besitzt, kann diese über Eleven James „vermieten“. Auf diese Weise bleiben sie zwar in seinem Besitz, verstauben aber nicht im Schrank.

Millennials als Zielgruppe

Bleibt die Frage: An wen richtet sich das Angebot von Eleven James? Olivier Reza, der CEO des Unternehmens, hat gleich mehrere Zielgruppen im Blick. Zum einen diejenigen, die vorhaben eine Uhr zu kaufen, vorab aber wissen möchten, wie sie sich im Alltag trägt. Frei nach dem Motto: „Try before you buy“. Der zweite Kundenkreis von Eleven James besitzt bereits mehrere Uhren und möchte weitere Modelle ausprobieren – etwa solche, die für einen regulären Kauf wegen des zu hohen Preises nicht infrage kommen würden.

Und dann wären da noch die Millennials, die klassische Sharing Economy-Zielgruppe, die keinen Wert auf Besitz legt. Keinen Wert auf Besitz zu legen, heißt allerdings nicht, dass der Wunsch nach einer hochwertigen Uhr am Handgelenk nicht dennoch vorhanden ist. So lässt sich auch erklären, warum Eleven James bereits heute tausende von Kunden hat und plant, das Angebot auf hochwertigen Schmuck und andere Luxusgüter auszuweiten.

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