Am Mittwochabend hat Samsung in New York das Galaxy Note 8 vorgestellt. Es ist in vielerlei Hinsicht ein Smartphone der Superlative – und das hat seinen Preis: 999 Euro verlangen die Koreaner für ihr neues Flaggschiff. Das finden viele zu teuer. Zu Recht?

„Bloß kein Feuerwerk“ titelten die Kollegen von Zeit Online am Mittwochabend kurz nach der Präsentation des neuen Samsung Galaxy Note 8. Wer ein Jahr zurückdenkt, weiß sofort, worauf hier angespielt wird: Das Vorgängermodell, das Note 7, war für Samsung ein PR-Desaster ungeahnten Ausmaßes. Ein Produktionsfehler bei den Akkus hatte dazu geführt, dass diese sich entzünden können. Und das taten sie auch. Bald schon wurde vor jedem Flug darauf hingewiesen, dass das Samsung Galaxy Note 7 nicht an Bord mitgeführt werden darf.

Zu Beginn versuchten die Koreaner noch das Problem klein zu reden. Es folgten Rückruf- und Austauschaktionen. Als sich die Zwischenfälle mit dem Note 7 häuften, stellte Samsung im Oktober schließlich die komplette Produktion ein.

Das Note 8 soll Samsungs Ruf wiederherstellen

Mittwoch, 23. August 2017. Der Tag des Neuanfangs. In New York stellt Samsung das Galaxy Note 8 im Rahmen einer spektakulären Show der Öffentlichkeit vor. Größere Überraschungen gibt es keine. Das Note 8 ist ein solides High-End-Phablet mit State of the Art-Features:

  • das 6,3 Zoll große AMOLED-Display (2.960 x 1.440 Pixel) ist an den Seiten leicht gekrümmt, wodurch es nahezu rahmenlos wirkt.
  • auf der Rückseite befinden sich zwei Kameraobjektive mit jeweils 12 Megapixel und optischer Bildstabilisierung.
  • Octa-Core-Prozessor
  • 6 GB Arbeitsspeicher
  • 128 oder 256 GB interner Speicher
  • 3.300 mAh Akku
  • S-Pen Stylus

Samsung hat im Note 8 alles verbaut, was bei den Kunden gut ankommt: Das leicht gekrümmte, fast rahmenlose Display ist vom Galaxy S8 bekannt und erfreut sich bei den Nutzern größter Beliebtheit. Dual-Kameras kommen in Geräten von Huawei (P9, Mate 9 sowie P10), Apple (iPhone 7 Plus) sowie LG (G5) bereits seit 2016 zum Einsatz und liefern beeindruckende Ergebnisse. Dazu gibt es dann noch für die Performance einen leistungsstarken Prozessor sowie 6 GB Arbeitsspeicher und fertig ist das High-End-Phablet.

Nein, Moment! Der S-Pen Stylus muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, da der Stift sozusagen das Alleinstellungsmerkmal des Note 8 ist.

Kostenpunkt? 999 Euro (UVP).

Samsung Galaxy Note 8

Darf ein Smartphone 1000 Euro oder mehr kosten?

Kurz nach der Vorstellung des Samsung Galaxy Note 8 ist im Netz eine Diskussion darüber entbrannt, ob ein solcher Preis für ein Smartphone noch gerechtfertigt ist. Das Problem dabei: „gerechtfertigt“ ist eine Dimension, die in diesem Kontext völlig fehl am Platze ist. Für die einen sind 200 Euro für ein Smartphone schon nicht mehr gerechtfertigt, für die anderen liegt diese Grenze 400 Euro oder 600 Euro. Und an die richtet sich das Note 8 auch nicht.

Das Samsung Galaxy Note 8 richtet sich wie Apples iPhone an eine Käuferschicht, die in erster Linie Wert auf solide Qualität, erstklassige Hardware und – da müssen wir uns nichts vormachen – das Image legt. Der Preis ist nebensächlich. Man muss sich nur einmal die Preisentwicklung des iPhones anschauen: Los ging es 2007 mit knapp 400 Euro. 2010 waren es 500 Euro. 2012 bereits 650 Euro. Das aktuelle iPhone 7 fängt bei 759 Euro an, das Spitzenmodell kostet 1119 Euro. Hat sich das negativ auf die Verkaufszahlen auswirkt? Nein. Im Gegenteil.

iPhone 7 Preise

Folgerichtig siedelt Samsung sein Flaggschiff in derselben Preisregion wie Apples iPhone an – und dennoch gibt es einen großen Unterschied: Apple hält bis zur Vorstellung der neuen iPhone-Generation an den zum Marktstart gesetzten Preisen fest. Beim Samsung Galaxy Note 8 handelt es sich nur um eine unverbindliche Preisempfehlung:

Nur wer das Note 8 gleich am ersten Tag in der Hand halten will, wird die 999 Euro bezahlen müssen (erhält aber immerhin eine gratis DeX Station mit dazu). Bis zum Weihnachtsgeschäft sollte sich das Galaxy Note 8 irgendwo zwischen 700 und 800 Euro eingependelt haben.

Grundsätzlich müssen wir uns damit anfreunden, dass jeder Hersteller bei jedem neuen Modell noch eine Schippe beim Preis drauflegen wird. Das lässt sich nicht nur bei Samsung und Apple beobachten, sondern auch bei Huawei, Honor und LG.

Bei all der Empörung über teure Smartphones darf man eines nie vergessen: Niemand wird gezwungen, ein Smartphone für 600, 800 oder gar 1000 Euro zu kaufen. Weil es die Leute aber trotzdem tun, steigen die Preise. 😉