Unter anderem in Karlsruhe wird zurzeit eine neue, außergewöhnliche Fünf-Euro-Münze estleprägt. Das besondere an ihr ist ein über acht Jahre entwickelter Kunststoff-Ring, der die Metalle voneinander abgrenzt und durch seine Beschaffenheit für mehr Sicherheit sorgt.

Dieser durchsichtige, blau schimmernde Ring steht für die Erdatmosphäre, die die Erde (das Innere der Münze) vom Universum (dem äußerer Ring) trennt. Dieser Kunststoffteil dient als zusätzliches Sicherheitsmerkmal, das vor Fälschungen schützen soll. In den Münzprüfern der Automaten können nun auch Lichtschranken zum Einsatz kommen, die das Geldstück durchleuchten. Der Nutzen wird jedem Besitzer der Münze klar, wenn er sie gegen das Licht hält. Dann leuchtet das Plastik nämlich in einem kräftigen Kobaltblau.

Fünf-Euro-Münze: acht Jahre Entwicklung

Um den gewünschten Sicherheitseffekt zu erzielen, war eine lange Forschungszeit notwendig. Acht Jahre wurde an dem sogenannten Tri-Material-Coin gearbeitet. Denn der Kunststoff musste viele spezifische Eigenschaften vorweisen. Beispielsweise muss er extreme Kälte und Hitze aushalten und auch gegen Wasser oder Chemikalien bestehen können. Zusätzlich darf er nicht durch UV-Strahlung beschädigt werden. Außerdem darf er weder giftig noch elektrisch leitfähig sein. Und trotzdem muss er prägbar, also verformbar, sein. Dieses spezielle Polymer wurde schließlich am Leibniz-Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen entwickelt und zertifiziert.

Den Wettbewerb um das Design, das den Planet Erde besonders darstellen sollte, gewann schließlich der schon durch seine Briefmarkenillustrationen bekannte Designer Stefan Klein aus Iserlohn. Die Gestaltung der Rückseite der Münze, die traditionell den Bundesadler zeigt, stammt von der Berliner Designerin Alina Hoyer.

Weltneuheit: Das Polymer – eigentlich ein Kunststoff –kann wie Metall geprägt werden. (Bild: VfS)
Weltneuheit: Das Polymer der Fünf-Euro-Münze kann wie Metall geprägt werden. (Bild: VfS)

Insgesamt wird das Geldstück knapp 1,5 Millimeter breiter sein als die Zwei-Euro-Münze. Ein Exemplar wiegt neun Gramm und ist damit etwa ein halbes Gramm schwerer als das Zwei-Euro-Stück. Geprägt wird sie in den Münzstätten von Berlin, Hamburg, Karlsruhe, München und Stuttgart. 40 Prozent aller deutschen Münzen kommen dabei aus Karlsruhe und Stuttgart, denn hier entstehen in den Prägepressen circa 750 Münzen pro Minute. Geldstücke aus Karlsruhe erkennt man an dem Prägebuchstaben „G“, die aus Stuttgart an einem „F“. Insgesamt werden 2,25 Millionen Exemplare hergestellt. Rund 250.000 davon kommen in der besonders edlen Spiegelglanz-Prägequalität und werden Sammlern für einen Preis von 15,55 Euro pro Stück angeboten.

Mit Fünf Euro sind Sie dabei

Ab dem 14. April 2016 kommt die lang erwartete außergewöhnliche Fünf-Euro-Münze mit dem blau schimmernden Polymerring in den Umlauf. Gegen einen Preis von – wer hätte es gedacht – fünf Euro können Interessierte bei den Filialen der Deutschen Bundesbank eine Münze erwerben. Auch wenn die neue Münze zwar als Zahlungsmittel zugelassen ist, werden wohl die wenigsten ihr Exemplar ausgeben. Die Zielgruppe des neuen Geldstücks sind vor allem Sammler. Besonders junge Leute sollen sich von dem Design angesprochen fühlen und dadurch ein Interesse für Münzen entwickeln.

Was kommt nach dem Heiermann als Münze? Darüber hat sich Stefan Raab noch bei TV Total Gedanken gemacht.

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