Bald können wir zu Hause in Sekunden mehrere Gigabyte an Daten zwischen unseren Geräten hin und her schicken. Denn Li-Fi, die neue Technik zur Datenübertragung, bietet eine etwa 170 mal schnellere Datenübertragung als das herkömmliche WLAN und braucht dafür nicht einmal eine Funkverbindung. 

Wie funktioniert Li-Fi?

Light Fidelity oder Li-Fi ist eine Form der drahtlosen Datenübertragung, die im Gegensatz zum Wi-Fi (WLAN) nicht durch Radiowellen sondern durch Licht funktioniert. Die Technologie basiert auf Visible Light Communications (VLC) und schickt die Daten über das große Lichtspektrum von Infrarot bis Ultraviolett durch den Raum. Dafür werden kleine LEDs benutzt, die zum Beispiel zu Hause in Lampen angebracht werden können. Die Daten werden durch Lichtimpulse gesendet, die so schnell zwischen an und aus wechseln, dass das menschliche Auge dieses Flackern nicht wahrnehmen kann.

Ein Laborversuch der Universität Oxford erreichte mit dieser Technologie bereits eine Übertragungsrate von 224 Gigabit pro Sekunde. Damit ließe sich ein kompletter Kino-Film in Bluray-Qualität in einer Sekunde zwischen zwei Geräten übertragen. Zum Vergleich: WLAN kommt nur auf etwa 1,3 Gigabit pro Sekunde.

Li-Fi bietet zudem noch einen interessanten Sicherheitsaspekt: Daten können nur übertragen werden, wenn zwischen den Geräten direkter Sichtkontakt mit der Lichtquelle besteht. Das macht es Schnüfflern sehr schwer, die Verbindung anzuzapfen. Doch das bedeutet auch, dass diese schnelle Verbindung nur zwischen den Geräten zu Hause stattfindet und nicht das klassische WLAN ersetzen kann. Denn Licht geht nicht durch Wände hindurch. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Lampen zu jeder Zeit eingeschaltet sein müssen, damit Li-Fi funktioniert.

Wann kommt Li-Fi in den Alltag?

2011 demonstrierte der Professor Harald Haas der Universität von Edinburgh auf einem TED-Talk ein Gerät, das LED-Lampen als drahtlose Router zeigt. Nach vier Jahren Forschung gründete er 2012 schließlich seine Firma pureLiFi. Die ersten Systeme, bestehend aus einer Lampe und einem Modul zum Wandeln der Daten gibt es seit 2014. Diese sind allerdings sehr groß. Bis wir praktische Li-Fi-Geräte kaufen können, wird noch weitere Zeit vergehen. Im Laufe des Jahres sollen Produkte erscheinen, die pureLiFi zusammen mit der französischen Firma Lucibel entwickelt hat.

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Die Firma Oledcomm hat auf der Technikmesse CES im Jahr 2014 bereits den ersten Smartphone-Prototypen mit der Li-Fi-Technologie vorgestellt. Kaufen konnte man das Gerät bisher aber nicht. Der Entwickler hofft, dass Smartphone-Hersteller die Technologie in ihren Geräten verwenden werden.

Wie Apple-Insider berichtet, finden sich in Apples Betriebssystem iOS 9.1 bereits Hinweise auf die Li-Fi Technologie. Im Jahr 2013 hatte Apple auch ein Patent für einen Sensor angemeldet, sodass vielleicht schon bald in neuen iPhones auch ein Hardware-Modul für die Li-Fi Technik zu finden sein könnte.