Die Informationstechnologie und insbesondere die Hardware-Sparte hat eine Zeit der Abwanderung hinter sich: Sowohl die Entwicklung als auch die Produktion wurden verstärkt ins Ausland verlagert. Die Begründung der oftmals renommierten Unternehmen war dabei schlicht die Kostenersparnis. Sebastian Nölting, Geschäftsführer der Rausch Netzwerktechnik GmbH mit Sitz in der Technologieregion Karlsruhe, hat sich für einen anderen Weg entschieden und stellt seine Storagesysteme ausschließlich in Deutschland her. Für sein „BigFoot Storage Object“ hat Rausch kürzlich sogar den internationalen DCS Award erhalten. 

Ihre Firma produziert ausschließlich in Deutschland, genauer gesagt in Ettlingen. Warum?

Aus Überzeugung: Wir wissen genau, dass wir hier die Spezialisten mit der entsprechenden Expertise haben, die uns weiter voranbringen. Wir setzen uns von der Konkurrenz ab, weil wir eben nicht dieselben Bauteile, nicht dieselben Lösungen von der Stange und nicht so auf Masse produzieren wie sie. Stattdessen schaffen wir fair bezahlte Arbeitsplätze in Deutschland, entwickeln wirklich passende Systeme und können mit „Made in Germany“ punkten. Das ist auch kein Hindernis, den Vertrieb international voranzutreiben. Im Gegenteil, die Qualität wird dort genauso geschätzt wie hierzulande.

Besteht nicht die Gefahr, dass andere Anbieter günstiger sind als Sie?

Tatsächlich ist dem nicht so. Wir sind durch kurze Wege enorm flexibel und können daher schnell und etwa zum selben Preis wie andere beliebige Losgrößen auflegen – auch, wenn es um spezielle Kundenwünsche geht, die es zu erfüllen gilt. Zudem sparen wir bei teuren Frachtkosten, haben keine langen Lieferzeiten und sind damit absolut konkurrenzfähig.

Wie stehen Ihre Kunden dazu?

Natürlich ist uns klar, dass unsere Kunden auch unser Preisniveau mit dem anderer Hersteller vergleichen und dann durchaus überrascht sind, dass sie bei uns nicht draufzahlen. Abgesehen davon bietet auch nicht jeder auf dem Markt die passgenaue Bestückung kundenindividueller Systeme. Das wiederum wird von unseren Kunden sehr geschätzt.

Sie haben mehrere Preise für Ihre Storage- und Serverlösungen erhalten. Auf welchen sind Sie besonders stolz?

Ich kann mich hier nicht auf einen Award festlegen, für uns sind alle Preise eine Anerkennung unserer Arbeit und ein wichtiger Wegweiser. Stolz hat uns aber gerade im Jahr 2014 die Verleihung des internationalen „DCS Awards“ für unser System „BigFoot Storage Object“ gemacht. Es ist in seiner Art nicht nur das erste und einzige in Europa, sondern bietet auch im internationalen Vergleich mit großen, namhaften Herstellern einige deutliche und einzigartige Vorteile. Zum Beispiel die hohe Packungsdichte, also die maximale Menge an Speicherkapazität, die auf einen definierten Raum zur Verfügung gestellt werden kann. Außerdem war er die Grundlage für eine weitere Innovation, den „Open BigFoot Storage Object“, der dem Open-Compute-Standard entspricht und ebenso als das erste europaweite System seiner Art von uns hergestellt wird.

Wie kamen Sie dazu, mit „BigFoot“ eine eigene Produktreihe für Storagesysteme aufzusetzen?

Rausch Netzwerktechnik hat in der Ära vor „BigFoot“ bereits zehn Jahre sogenannte Customized Solutions, also kundenindividuelle Lösungen, für Internet-Service-Provider entwickelt und produziert. Dabei trafen wir doch immer wieder auf sehr ähnliche Anforderungen. Da fiel dann der Entschluss, dass wir dieser Zielgruppe mit eigenen „Standardsystemen“ entgegentreten wollten, die immer noch extrem anpassungsfähig sind. Dass wir uns auf den Bereich der Storagesysteme fokussiert haben, lag schlicht an der Nachfrage, die durch die rasant schnell wachsenden Datenmengen unglaublich groß war und für uns erhebliches Potenzial geboten hat.

Wer braucht denn wirklich so viel Speicherplatz, wie Sie ihn mit Ihren Produkten anbieten?

Im Grunde sind unsere Lösungen für alle geeignet, die mit extrem großen Datenmengen und Datentransferraten zurechtkommen müssen. Das sind unter anderem Anwendungsgebiete wie das Cloud-Computing, Anwendungen im Rechenzentrum, aber auch High-Performance-Computing, Big Data sowie der Bereich der Archivierung, beispielsweise in Bibliotheken.

Bild: Sebastian Nölting von Rausch Netzwerktechnik
Bild: Sebastian Nölting von Rausch Netzwerktechnik
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