Jedes Jahr erleiden deutsche Unternehmen Schäden in Milliardenhöhe durch Cybercrime. Unternehmen können sich dagegen versichern – oder Angriffe schon im Vorfeld unterbinden, wie eine neue Lösung von Dell verspricht.

Die Einbrecher der Neuzeit brauchen keine Maske, kein Stemmeisen und kein Fluchtfahrzeug. Für ihren Beutezug brauchen sie lediglich einen Computer – und doch sind die Schäden, die sie verursachen, immens. Rund 52 Milliarden Euro an Kosten entstehen deutschen Unternehmen jedes Jahr alleine durch Cybercrime, also digitale Attacken auf Computernetzwerke. Das geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervor.

Umso erstaunlicher ist es wiederum, dass laut einer Bitkom-Umfrage erst zehn Prozent der deutschen Industrieunternehmen gegen Cybercrime versichert sind. Dabei sind die Gefahren und Kosten, die beispielsweise durch wichtige entwendete Daten, die Reparatur von IT-Systemen oder auch Betriebsunterbrechungen durch technische Störungen entstehen, bekannt. Große Versicherer wie Allianz oder AXA haben sich auf den neuen Bedarf eingestellt. „Wie bei einem Kfz-Schutzbrief können sich versicherte Unternehmen bei einem IT-Angriff rund um die Uhr an Sicherheitsexperten wenden, die sie beim Krisenmanagement unterstützen“, sagt Marc Fliehe, IT-Sicherheitsexperte des Bitkom. IT-Forensiker und andere IT-Spezialisten könnten zum Beispiel einen Datenabfluss stoppen oder Maßnahmen gegen eine Denial-of-Service-Attacke einleiten. Weil die Beiträge aber nicht billig sind, wagen viele Unternehmer dennoch das Spiel mit dem Feuer.

Cybercrime
Bitkom sieht Versicherungen im Kommen, aber erst zehn Prozent der Unternehmen haben eine. (Quelle: Bitkom)

Mit künstlicher Intelligenz Cyberangriffe verhindern

Klar ist: Ein Cyber-Angriff sollte im Optimalfall schon im Vorfeld verhindert werden. Und genau hier kommt eine neue Software ins Spiel, die das Technologieunternehmen Dell jetzt auf den Markt bringt. Die Endpunkt-Sicherheitslösung Threat Defense ist ab Juli Teil des übergeordneten Angebots Data Protection. Sie richtet sich besonders an kleine und mittelständische Unternehmen und soll Schadsoftware und Co. effektiv bekämpfen.

„Heutige Malware-Angriffe betreffen Unternehmen jeder Größe. Kleinere Unternehmen sind oft überfordert, weil traditionelle Antivirus- und Threat-Protection-Lösungen ressourcenintensiv sind oder die Mittel wachsender Firmen rasch übersteigen“, erklärt Brett Hansen, der bei Dell als Executive Director für Data Security Solutions tätig ist: „Mit Threat Defense greift Dell die Anforderungen dieser Unternehmen auf und bietet eine effektive Lösung zur Abwehr fortschrittlicher Angriffe, die einfach zu verwalten ist und die Multiplattform-Realität moderner Unternehmen abbildet.“

Dell setzt dabei laut eigenen Angaben auf maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Bis zu 99 Prozent aller Malware-Ausführungen sollen so unterbunden werden. Und das bei einer vergleichsweise ressourcenschonenden Arbeitsweise: Nur ein bis drei Prozent der Computerleistung werden durch Threat Defense in Anspruch genommen.

Zu den entstehenden „Kosten eines Cyber-Schadensfalls“ hat der Bitkom einen Leitfaden veröffentlicht. Unternehmen können mit Hilfe der Publikation besser abschätzen, welche monetären Folgen IT-Sicherheitsvorfälle haben. Ein Großteil dieser Risiken lassen sich mit Cybercrime-Policen abdecken.

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