Mit der App „HTC Power to Give“ können Android-Nutzer ungenutzte Rechenleistung zum Beispiel der Aids- und Krebsforschung zur Verfügung stellen oder den Hunger der Welt bekämpfen. Dazu vernetzt die Software hunderttausende Smartphones und Rechner auf der ganzen Welt zu einem Supercomputer.

Moderne Smartphones haben ungefähr 1.000 Mal mehr Leistung als der Computer, der Apollo 11 zum Mond flog. Mit der Rechenpower sollte sich doch etwas Sinnvolleres anstellen lassen als das Posten von Selfies. So ähnlich dachten wohl auch die Entwickler von HTC und entwarfen eine Android-App, die Nutzern erlaubt, ihre Rechenleistung für wissenschaftliche Projekte zu spenden.

Die Idee hinter „HTC Power to give„, also dem Zusammenschließen von unzähligen Rechner und ungenutzter Leistung zu einem Supercomputer, ist nicht neu. Bekanntestes Projekt ist das 1999 von der kalifornischen Berkeley-Universität gestartete SETI@home (Search for Extra-Terrestrial Intelligence at home) zur Erforschung außerirdischen Lebens. Im Juni 2013 erzielten beispielsweise 145.000 aktive Einzelrechner aus 233 Ländern in dem verteilen Computer-System eine Rechenleistung von 668 TeraFLOPS. Zum Vergleich: Der zu diesem Zeitpunkt schnellste Supercomputer, der Tianhe-2, schafft 33,86 PetaFLOPS.

HTC Power to Give: Im Schlaf Gutes tun

Mit dieser Erfahrung unterstützt die auf verteiltes Rechnen spezialisierte Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) auch das HTC-Projekt. Zusammen mit den Beratern von Fearlessly Frank entstand die Android-App „HTC Power To Give„, die brachliegende Rechenleistung zur Verfügung stellt. HTC rechnet vor, dass eine Million HTC One-Geräte theoretisch zusammen ein PetaFLOP leisten und es damit unter die Liste der Top-30-Supercomputer schaffen würden. Voraussetzung für die Nutzung der App ist, dass das Netzteil angeschlossen und das Smartphone mit dem WLAN verbunden ist, um die Laufzeit nicht zu beeinträchtigen – zum Beispiel in der Nacht.

Der Nutzer bestimmt, für welches Projekt die Rechenleistung zur Verfügung gestellt wird. Jedes Smartphone berechnet zugewiesene Datenpakete und schickt sie zurück an den Server, auf dem die Ergebnisse zusammengefasst werden. Gemeinsam können die Geräte nun neben anderen Themen die Aids- und Krebsforschung unterstützen, den Hunger auf der Welt bekämpfen oder sich auch mit SETI@home auf die Suche nach Außerirdischen begeben. Ziel ist es, humanitäre und wissenschaftliche Aufgaben zu erfüllen.

Was HTC mit „Power to give“ auf dem Mobile World Congress in Barcelona im März vorgestellt hat, ist im Prinzip eine gebrandete Neuauflage der BOINC-Software, die seit Juli 2013 auch für Android-Smartphones verfügbar ist. Zu den bisherigen Erfolgen der verteilten Rechenpower zählt beispielsweise der Abschluss des Nutitious Rice for the World-Projekt, dessen Ziel die Verbesserung des Reisertrags durch Züchtung von ertragreicheren resistenteren Reisstämmen war.

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