Nicht nur die USA ist Innovationsschmiede, auch die EU hat aufgeholt. Das zeigen der diesjährige Europäische Innovationsanzeiger und weitere Berichte, welche die Europäische Kommission im Juli veröffentlicht hat. Bewertet wurden die Forschungs- und Innovationsleistungen der EU-Mitgliedstaaten sowie ausgewählter Drittländer, ergänzt um eine Analyse auf regionaler Ebene. Deutschland sticht insbesondere bei den Investitionen in Innovationen hervor. Zu den führenden innovativen Regionen in der EU zählen auch Stuttgart und Karlsruhe.

„Ich möchte, dass in Europa innovative KMU und Start-ups gedeihen und auf dem Binnenmarkt expandieren. Dazu bedarf es gemeinsamer Anstrengungen“, so Elżbieta Bieńkowska, Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, in einer Meldung der Europäischen Kommission.

Zwar ist die EU weltweit betrachtet nach wie vor weniger innovativ als Südkorea, die Vereinigten Staaten und Japan, die Leistungsunterschiede gegenüber den beiden letztgenannten Ländern sind jedoch geringer geworden. Dass die EU eine rege Innovationsdynamik mit weiterem Wachstumspotenzial aufweist, zeigen aktuelle Veröffentlichungen der Europäischen Kommission: der Europäische Innovationsanzeiger, der Regionale Innovationsanzeiger und das Innobarometer für 2016.

Deutsche Unternehmen investieren viel in Forschung

Schweden ist auf Länderebene erneut EU-Innovationsführer, gefolgt von Dänemark, Finnland, Deutschland und den Niederlanden. Deutschland steht an der Spitze, wenn es um private Investitionen in Innovation geht. Dabei investieren die deutschen Unternehmen sowohl in die Forschung selbst als auch in nicht-wissenschaftliche Innovationen – darunter fallen zum Beispiel moderne Maschinen und Anlagen.

Untersucht wurde auch auf regionaler Ebene, welche von 214 europäischen Regionen eine besonders hohe Innovationsleistung aufweisen. Zu den führenden innovativen Regionen in der EU zählen aus Deutschland unter anderem Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen.
Stuttgart und Karlsruhe liegen laut SPIEGEL dabei an der Spitze der „Innovation Leaders“.

Stuttgart und Karlsruhe, starke F&E-Regionen

Der Regionale Innovationsanzeiger, eine regionale Ergänzung des Europäischen Innovationsanzeigers, gibt Aufschluss über die einzelnen Stärken der Innovation Leaders und zeigt auch auf, wo noch Nachholbedarf besteht: Stuttgart punktet im EU-Vergleich durch seinen hohen Beschäftigungsanteil in wissensintensiven Industrien, durch hohe Ausgaben von Unternehmen für Forschung & Entwicklung, Patentanträge beim Europäischen Patentamt und Exporte von Hightech-Produkten. Schwächen bestehen unter anderem bei F&E-Aufwendungen durch die öffentliche Hand.

Bei diesem Punkt hingegen kann Karlsruhe überzeugen. Die Stärke der Region sind zudem ihre kleinen und mittelständischen Unternehmen, die durch Produkt- oder Prozess-Neuheiten und firmeninterne Innovationen überzeugen. Auch hinsichtlich Patenteinreichungen beim Europäischen Patentamt steht die Region gut da, sowie durch Exporte im Hightech-Sektor. Nachholbedarf besteht etwa bei der Vermarktung von Produktinnovationen.

Karlsruhe konnte bereits 2014 einen europaweit viertbesten Platz als innovative IT-Hochburg erzielen. Auch hier wurde die Region für die hohe Forschungsaktivität ihrer regionalen KMU ausgezeichnet.

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