Auf lange Sicht gibt es keine Alternative zur Elektromobilität. Deshalb ist es nur konsequent, dass LKW-Hersteller wie Daimler oder Renault ihre Flotte allmählich unter Strom setzen.

Elektroautos kommen langsam in Fahrt und machen leistungstechnisch große Fortschritte. Erst vor kurzem hat Hersteller Tesla mit dem neuen Model 3 ein batteriebetriebenes Auto vorgestellt, das mit einer Ladung 344 Kilometer weit fahren kann. Und dazu kostet das Elektro-Coupé gerade einmal 35.000 Dollar. Bisher kamen die leichten, kleinen Autos kaum 200 Kilometer weit. Für die großen, schweren Lastkraftwagen schien die Technologie deshalb gar nicht einsetzbar – bisher! Denn einige Hersteller möchten auch die Trucks mit Elektromotoren und Batterien ausstatten.

Fehlstart mangels Nachfrage

Der Start in den Bereich lief allerdings vor vier Jahren nicht so euphorisch. Daimler brachte damals einen Elektro-LKW auf den Markt und musste wegen zu wenig Nachfrage die Produktion wieder einstellen. Doch das könnte sich jetzt nach und nach ändern. Die Deutsche Post lässt beispielsweise den selbst entwickelten Truck mit Elektro-Motor und dem Namen „Streetscooter“ serienmäßig produzieren. Bis zu 30.000 Fahrzeuge sollen damit ersetzt werden. Auch der Paketdienst UPS kauft schon eifrig E-Antriebe für seine Transporteure ein. Diese kommen von der Firma Elektrofahrzeuge Stuttgart (EFA-S). Die Firma Orten wagt auch einen Versuch und brachte in diesem Jahr einen elektrischen 7,5-Tonner auf den Markt.

Elektro-LKW
Anfang April besuchte Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir (l.) Orten Electric-Trucks und EFA-S auf der i-mobility Messe in Stuttgart. (Bild: Orten)

Die Volvo Group geht mit einem 16-Tonner Versuchsfahrzeug von Renault ins Rennen, das in Frankreich bereits für den Kosmetikkonzern Guerlain im Einsatz ist, aber oft geladen werden muss. „Die Strecke wurde so ausgelegt, dass er tagsüber zwei Teilladungen und eine komplette Ladung zwischen 19 Uhr und 2 Uhr morgens durchführen kann“, so eine Sprecherin.

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100 Prozent elektrisch: Der Kosmetikhersteller Guerlain lässt seine Boutiquen von Renault E-Trucks beliefern. (Bild Volvo Group)

Beschleunigung wie ein PKW

Die hohen Kosten halten die Nachfrage bei den Kunden aber nach wie vor niedrig. Der LKW-Hersteller MAN hinkt ein bisschen hinterher und wird erst im Herbst seine Elektro-Technologien vorstellen. Daimler mischt nach vier Jahren auch wieder mit und wagt in Kooperation mit Mitsubishi mit seinem kleinen Canter-Lastwagen einen neuen Vorstoß in den Markt. 650 Newtonmeter lassen den Sechstonner fast wie einen Pkw beschleu­nigen. Von diesem Modell wurden bereits in Portugal einige Tests durchgeführt, die jetzt in Stuttgart fortgesetzt werden.

Das Logistikunternehmen Hermes und Daimler testen seit Kurzem fünf batteriebetriebene Fuso Canter E-Cell im Betriebsalltag (Bild: Daimler)
Das Logistikunternehmen Hermes und Daimler testen seit Kurzem fünf batteriebetriebene Fuso Canter E-Cell im Betriebsalltag (Bild: Daimler)

Damit sich der Trend der Elektroautos so stabil fortsetzen kann, ist eine Weiterentwicklung der Akkus notwendig, um längere Strecken, kürzere Aufladezeiten und niedrigere Produktionskosten zu ermöglichen. Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe begleitet deshalb beispielsweise die Partner der Innovationsallianz LIB 2015 schon seit 2009 mit einem Roadmapping-Prozess während der Forschung an fortschrittlichen Lithium-Ionen-Batterien. Die Roadmap „Lithium-Ionen-Batterien 2030“ nimmt potenzielle Zukunftsmärkte ins Visier und zeigt Entwicklungspfade und Abhängigkeiten in einer vielfältigen Anwendungslandschaft auf.

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