Wie schaut der E-Commerce der Zukunft aus? Dieser Frage ist eine Studie nachgegangen und zieht sich ein eigenes Zeitfenster bis 2025. Neben der Erkenntnis, dass in spätestens zehn Jahren das Handelsvolumen bei 40 Prozent liegen soll; kristallisieren sich vier mögliche Szenarios der Zukunft heraus.

Die Studie „Global E-Tailing 2025“ will mit ihren Ergebnissen aufzeigen, wohin die Reise in Sachen E-Commerce geht; oder hingehen könnte. Im Auftrag der Deutschen Post DHL konnten Meinungen und Zahlen zusammengetragen werden, die Handel, Logistik sowie die Forschung bündeln.

Laut den teilnehmenden Experten setzen die befragten Handelsunternehmen zunehmend auf den Multichannel. Der Kunde entscheidet, wann und wie er einkaufen möchte. Der Händler selbst baut sich eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Vertriebskanälen und kreiert dabei einen direkten Kanal zum Kunden selbst – inklusive lokale Serviceleistungen wie Beratung, Click & Collect sowie die Rücknahme online gekaufter Ware im Laden. Dennoch: Multichannel-Retailer versuchen, Preise und Promotion Plattform-übergreifend konsistent zu halten; die Kanäle selbst und die darunter liegenden Systeme werden aber komplett getrennt geführt. „Die Uhr tickt“, ist sich Mathias Thomas, Geschäftsführer der gaxsys GmbH, sicher. „Die analoge Ladenfläche transformiert sich in naher Zukunft zum digitalen Lager. Kunde, Internet, Logistik und der lokale Händler verschmelzen zu einer Einheit und der ‚allgemeine‘ Multichannel befreit sich endlich aus seiner nicht vorhandenen Flexibilität“, sagte Thomas kürzlich auf dem 7. Business Lunch, der regelmäßig vom CyberForum ausgerichtet wird.

E-Commerce: Omni-Channel und mehr

Die zweite Variante beschreibt eine wohlhabende Mittelschicht, die dank ihrer individuellen Lebensform und Selbstverwirklichung auf ein Kauferlebnis setzt. Online-Händler bedienen ausschließlich den klassischen Handel. Die Mittelschicht setzt auf Wearables wie Google Glass, Apple Watch und Co.. Der lokale Handel schafft ein individuelles Einkaufserlebnis mit individueller Ware. Das begrenzte Angebot auf den lokalen Flächen wird mit dem speziellen Angebot ausgeglichen und auch für den Power-Online-Kunden interessant. Der Shopper hat Zugriff auf das Gesamtinventar, gleichgültig, wo es sich befindet und genießt eine durchgängige, konsistente, und personalisierte Shoppingerfahrung, wo auch immer er seinen Einkauf startet, tätigt und abschließt – Omni-Channel lässt grüßen.

Die bereits erwähnten Wearables spielen bei der dritten Lösung eine entscheidende Rolle. Die kaufmännische Örtlichkeit wechselt komplett in die digitale Welt – lokale Läden transformieren sich zum Lager und die Webshops projizieren sich in die Welt der Kunden, passen ihr Angebot in Echtzeit an deren Profile an. Und ja, Same-Day-Delivery ist Standard. Und viele Händler werden auf den Trend Showrooming setzen, der beispielsweise die Waren im Laden zeigt, die dann online gekauft werden können.

Mobile ist die Zukunft?

Im letzten Szenario wird die Nachhaltigkeit ins Spiel des E-Commerce gebracht. Hohe Energie- und Rohstoffkosten drängen den Handel zurück in die lokale Ecke. Logistik-Unternehmen konzentrieren sich wieder auf klassische Versorgungslösungen und bietet zudem Ersatzteillogistik und Reparaturservices an. Leasing- und Sharing-Modelle, wie sie derzeit in Klein umgesetzt werden, sind bei der vierten Variante stark ausgeprägt.

Die Konsumenten werden bereits in naher Zukunft Produktinformationen online nachfragen und dort einkaufen, wo es ihnen gefällt oder wo es am günstigsten ist. Als guter Kaufmann muss ich auf diesen Trend reagieren und auch online präsent und attraktiv sein. Zudem fördern mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet diesen Trend um ein Vielfaches. Demnach ist “Online” der neue Showroom: Die Informationssuche in Onlineshops vor dem Kauf im stationären Handel nimmt zu, während der Einfluss des stationären Handels auf Bestellungen in Onlineshops abnimmt. Mobil wird den E-Commerce zudem revolutionieren. Da ist sich zumindest Zalando und die Internet World sicher. In dem Artikel „Zalandos mobiles Jahr“, in der Ausgabe 08/15, ist die Rede von 48 Prozent, die den Internet-Traffic (mobil) im vierten Quartal ausmachten. Bis zu sieben Millionen App-Downloads von E-Commerce-Anbietern wurden 2014 registriert – Verzweiflung sieht anders aus.

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