Wie sind die Bezahlsysteme von morgen aufgestellt? Wird im digitalen Zeitalter das Bargeld engültig abgeschafft werden? Welche neuen Zahlungsformate werden bereits genutzt?

Eines der wichtigsten Ziele, das  Amazon in seiner Einzelhandelsstrategie verfolgt, besteht darin, ein Ladenformat zu schaffen, mit dem der Verbraucher seinen Konsumprozess wesentlich effizienter gestalten kann. Reingehen, Produkt auswählen und so schnell wie möglich wieder rausgehen. Dies scheint das Ziel zu sein, auf das sie hinarbeiten. Dafür muss es schnell und einfach gehen, Wartezeiten dürfen beim Bezahlvorgang nicht entstehen.

In den Amazon Läden der nächsten Generation wird ein Modell entwickelt, bei dem der Bezahlvorgang entfällt. Amazon Go-Läden haben keine Kassierer und keine Kassen. Künstliche Intelligenz ist dafür verantwortlich, den Einkauf abzugleichen und auf dem Amazon Konto des Käufers zu belasten.

Die Läden vom Amazon ohne Kassierer könnten der erste Schritt in Richtung eines viel futuristischeren Geschäfts sein, in dem die Verbraucher zu keinem Zeitpunkt eine Karte oder Geld benötigen. Im Moment ist es nur ein Entwicklungsprojekt – und nichts was schon präsentiert und auf den Markt gebracht werden soll -, aber Amazon versucht einfach, die Hände der Verbraucher als Zahlungssystem zu verwenden.

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Die Entwicklung geht in Richtung eines neuen Zahlungserlebnisses

Die Richtung ist in der Tat weniger futuristisch als ihre Geschäfte ohne Kassierer, da sie in Wirklichkeit das Zusammenfügen von Daten bedeutet. Sie zeigt uns einen Aufwärtstrend, nämlich die Schaffung von Räumen, in denen Zahlungsvorgänge einfacher als je zuvor sind, und bei denen Verbraucher praktisch nichts tun müssen, um ihre Zahlung abzuschließen.

Die Supermärkte der Zukunft werden keine Kassen haben und die Marktführer des Einzelhandels arbeiten daran, die Zahlungsprozesse auf ein Minimum zu beschränken. Die große Revolution im Modeeinzelhandel und in den Supermärkten ist in der Tat die des Zahlungsverkehrs, an dem die wichtigsten Branchengrößen intensiv arbeiten.

Der Zahlungsvorgang  hat sich beim Einkaufserlebnis zur letzten Grenze entwickelt die es zu erobern gilt. Mobiles Bezahlen ist immer weiter verbreitet und wird von mehr und mehr Verbrauchertypen verwendet und in ihren Alltag integriert.

Um die Erfahrung des Zahlungsvorgangs zu verbessern, versuchen einige Marktgrößen sogar, Elemente zu finden, die über die Zahlungsmethode hinausgehen. H&M hat gerade seinen Pay Later-Service in den USA gestartet. Im Grunde geht es nur darum, jetzt zu kaufen und viel später zu bezahlen. Der Einzelhandelsriese hat es als „einen flexiblen und problemlosen Checkout“ präsentiert.

Es geht nicht darum, die Kleidung in Raten zu zahlen, sondern darum, dass man die Kleidung aus dem Laden mitnehmen und später bezahlen oder innerhalb von 30 Tagen zurückgeben kann, ohne sie bezahlt zu haben.

Das Format ist keine Exklusivität von H&M.  Dahinter steckt Klarna, ein Unternehmen, das Verbrauchern im E-Commerce diesen Service bereits in Ländern wie Großbritannien anbietet. Käufer können später für ihre Produkte bezahlen und sehen, was sie wirklich interessiert.

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Es verändert sich nicht nur unser Supermarkt

Natürlich werden die Veränderungen bei der Bezahlung nicht nur die Supermärkte oder Marktgrößen erreichen, die versuchen, sich einen Anteil im Einzelhandel zu sichern, es  wird viel größere Auswirkung auf die gesamte Branche haben. Verbraucher möchten, dass Zahlungen einfacher und in allen Bereichen möglich sind.

Bei den großen Trends, die Travelport im Dezember für den Reise- und Tourismusmarkt im Jahr 2020 vorausgesagt hat, sind daher auch Veränderungen bei den Zahlungsmethoden enthalten. Die Verbraucher möchten mehr Kontrolle über die Dinge und die Art und Weise wie sie kaufen und wie sie die damit verbundene Zeit verbringen. Dies beinhaltet auch eine Zunahme der Lösungen im Bereich der Selbstbedienung.

Die Verbraucher werden auch wollen,  dass Unternehmen alle Prozesse vereinfachen, was die in der Analyse als „Super-Apps“ bezeichneten Prozesse beschleunigt und die Zahlung und Verwaltung aller Dienste aus einer Anwendung heraus ermöglicht. Wie in der Studie vorausgesagt, sind  diese Art Apps in Südostasien bereits weit verbreitet und erobern von dort aus den westlichen Markt. Marktführer im Bereich Mobile Apps aus dieser Region haben „Mega-Apps“ entwickelt, mit denen man praktisch jeden verknüpften Service verwalten, buchen und bezahlen kann.

Dies sind nicht die einzigen Vorhersagen, die darüber sprechen, wie sich die Zahlungsvorgänge in den nächsten Monaten verändern werden. Eine von Ingenico vor einigen Monaten durchgeführte Analyse hat eine Prognose veröffentlicht, in der vorausgesagt wird, das in diesem Jahr einzelne Elemente technologischer Trends sich tiefgreifend auf die Zahlungsabläufe der Verbraucher auswirken werden. Die Technik müsse zu einem Faktor werden, der die Sicherheit des Zahlungsverkehrs garantiere. Es wird auch aufgezeigt, dass es in den nächsten Monaten eine „vollständige Integration von physischem und Online-Verkauf“ geben müsse.

Das Interessante liegt vielleicht in den neuen Zahlungsweisen, die sie voraussagen. Einerseits gehen ihre Experten davon aus, dass die mit dem Internet der Dinge verbundenen Objekte zu Zahlungs-Gateways werden und diese Prozesse integrieren werden. Man wird über seinen intelligenten Kühlschrank einkaufen und auch direkt darüber bezahlen. Oder, viel weniger ausgefallen, du benutzt deinen intelligenten Lautsprecher und schließt auch darüber den Kauf ab. Voice Commerce ist ein weiterer großer Trend, der das Jahr bestimmen und auch eine Änderung der Zahlungsmethoden mit sich bringen wird.

Was wir schon nutzen

Verbraucher zögern immer weniger, neue Zahlungsformate auszuprobieren und ihre Zahlungen zu verwalten. Kontaktlose Karten waren vor einigen Jahren die große Revolution im Zahlungsverkehr, die sich Dank der weit verbreiteten Integration bei den Banken normalisiert haben.

Wenn eine Karte abgelaufen ist oder getauscht wurde, hat die Bank sie gegen eine Karte mit dem neuen System ausgetauscht. Den Verbrauchern blieb nichts anderes übrig, als sich der Veränderung zu stellen. Trotz gewisser Sicherheitsängste die sich in der Gesellschaft verbreitet hatten, haben sie sich der neuen Realität angepasst und die Vorteile des neuen Formats zu schätzen gelernt.

Kontaktlose Karten funktionieren, weil sie die NFC-Technologie (Near Field Communication) verwenden. Ein drahtloses Nahbereichssystem, das sie mit dem Lesegerät verbindet. Es ist dasselbe System, das viele mobile Zahlungsdienste verwenden. Mit dem NFC des Smartphones – und immer mehr mobilen und vielfältigeren Geräten wie z.B. Wearables – wird ein Bezahlvorgang durchgeführt. Du aktivierst die verknüpfte App, führst dein Handy zum Kartenlesegerät und bezahlst.

Dieses Zahlungsform wird von neuen Apps wie z.B. Bizum verwendet, die an das verwendete Format jeder Bank angepasst sind, über andere Wettbewerber mit jahrelanger Erfahrung im Bereich Zahlungen bis hin zu absoluten Neulingen in diesem Bereich. Virtuelle Zahlungsformen sind zu einem der großen Schlachtfelder der Technologie-Größen geworden. Viele Banken bieten virtuelles Zahlen, aber auch die großen Online Player nehmen nun an diesem Spiel teil. Immerhin wurde für 2019 ein Umsatz von 790.000 Millionen Dollar in Europa und Nordamerika erwartet.

Apple Pay oder Google Pay versuchen, einen Markt zu erobern, ebenso wie andere große Player wie z.B. Samsung oder Alibaba. Alipay, die Lösung von Alibaba ist in China so beliebt, dass sie in Europa als Zahlungsmethode für Touristen immer sichtbarer wird.

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Michael betreibt als Managing Director unter cloudsecretary.de einen virtuellen Telefonservice der für Selbstständige, Mediziner, Anwälte und KMU´s ein personalisiertes Telefonsekretariat bietet. Er ist neben der Koordination des gesamten Services auch für Kooperationen sowie den Content des Blogs und der Webseite zuständig.