Die Wirtschaft boomt; auch weil die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Staat stetig zunimmt. Das zeigt eine aktuelle Studie der europäischen Kommission. Sie durchleuchtet Europas Wirtschaft rund um die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Universitäten der jeweiligen Länder. Und Deutschland belegt neben Platz eins auch gleich zwei weitere Plätze in den Top zehn.

Keine Frage: Deutschland gehört zu den innovationsfreundlichsten Nationen weltweit. Bereits 2012 ergab das der „Innovationsmotor 2012 – die Innovationskraft Deutschlands im internationalen Vergleich“, eine vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellte Studie. Demnach belegt Deutschland unter 28 OECD-Nationen den sechsten Rang und lässt andere große Volkswirtschaften wie die USA hinter sich.

IKT-Branche boomt

In Europa sind wir zumindest in Sachen Informations- und Kommunikationstechnologien, kurz IKT, Spitzenreiter. Was besonders an der aktuellen Studie auffällt? Kleinere Städte gehen beileibe nicht unter. Vielmehr folgt bereits nach München als Spitzenreiter, Karlsruhe auf Platz vier, Darmstadt folgt immerhin auf Platz sieben – auf Platz zwölf folgt Bonn. Zum Vergleich: Berlin, Wien und Frankfurt folgen ab Platz 15. Wie wichtig vordere Plätze für weitere Investitionen in Innovationen sind zeigt die Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik: Sie fasst die IKT-Branche wie folgt zusammen: 2010 arbeiten in Deutschland über 840.000 Beschäftigte in den mehr als 115.000 Unternehmen der deutschen IKT-Branche [BMWi 2010]. 2011 waren es bereits 856.223 Beschäftigte in 130.000 Unternehmen. Mittlerweile dürfte alleine die Zahl der Beschäftigten bei zirka 900.000 liegen.

Die Studie unterstreicht zudem die große Bedeutung gerade auch kleinerer Regionen. Zum Beispiel die stark IT-geprägte Region um Karlsruhe: hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zuletzt noch seinen weltweiten Elitestatus verloren, konnte die Fächerstadt vor allem im Teilsegment Forschung und Entwicklung punkten. Hier nimmt Karlsruhe sogar den Spitzenplatz ein – und das vor allem aufgrund Forschungstätigkeit der IKT-Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Netzwerken, Hochschulen und Institutionen.

Internet: Deutschland nur Mittelmaß

Einziger Schönheitsfleck dürfte der deutschlandweite Ausbau des Internets sein. Denn im Jahr 2013 verfügte in Deutschland erst jedes vierte das Internet nutzende Unternehmen (25 Prozent) mit zehn und mehr Beschäftigten über schnelles Internet mit einer vertraglich festgelegten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Es erhöhte sich zwar der Anteil gegenüber 2011 um knapp neun Prozentpunkte, dennoch lag Deutschland im europäischen Vergleich (EU-28: 20 Prozent) auch im Jahr 2013 weiterhin nur im Mittelfeld: In Dänemark nutzten bereits 44 Prozent der Unternehmen eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s. In den Nachbarländern Belgien und den Niederlanden betrug der Anteil jeweils 41 Prozent.

Quelle: Neue Kommissionsstudie beleuchtet Europas Spitzenzentren im IKT-Bereich