Es gibt zweifelsohne schlechtere PR-Aktionen, bestückt mit sinnfreiem Inhalt. Nicht so bei der Orbitcom GmbH, von der ich zuvor noch nie etwas gehört habe. Am 01. April startet das Unternehmen den deutschlandweiten Aufruf „Lahmste Surfer Deutschlands gesucht“. Über die gleichnamige Internetseite (link weiter unten) thematisiert das Unternehmen und alle beteiligten Partner die gravierende DSL-Unterversorgung in Deutschland – gewinnen kann man natürlich auch.

Klar will das Unternehmen Kunden generieren. Aber wie bereits Anfangs erwähnt: Es gibt schlechtere PR-Aktionen. Zumal bei dem interaktiven Aktionsspiel ausschließlich nur Internet-User mit der langsamsten Internetverbindung gewinnen können. Wie genau der Test ausschauen wird, werden wir allerdings erst am 1. April wissen – mit der Hoffnung, nicht reingelegt worden zu sein. Egal, die Aktion zeigt mal wieder, dass etwas passieren muss. Denn noch immer existieren in Deutschland zahlreiche weiße „Internet-Flecken“ auf der Landkarte. Millionen Haushalte sind bis heute vom „schnellen“ Internet abgeschnitten und verfügen nicht über einen zeitgemäßen Breitbandzugang. Ohne schnelles Internet gerät man heute schnell ins kommunikative Abseits. Urlaubsfotos uploaden? Ein Video ansehen? Downloads? File-Sharing? Digitale Standards, die sogar heutzutage noch zu einer Qual werden können – obwohl in Sachen Breitband bis zu 100 Megabit pro Sekunde angesagt sind – zumindest in Europa.

Unternehmen können profitieren

Die deutschlandweite Aktion macht hoffentlich spielerisch auf diese Missstände in Sachen Breitband-Ausbau in Deutschland aufmerksam. Auf der Website www.lahmster-surfer.de kann jeder seinen persönlichen Speedtest machen und sich als lahmster Surfer qualifizieren. Bis zum 30.04.2015 können Interessierte an dem Gewinnspiel teilnehmen. Ziel der Aktion ist es auch, mit Hilfe von nationalen und regionalen Partnern, auf die Infrastruktur-Lücken aufmerksam zu machen und alternative Lösungen für Privathaushalte und Unternehmen in diesen Gebieten vorzustellen – nicht ganz unwichtig für Unternehmen.

Und ja, der Hauptakteur möchte darauf aufmerksam machen, dass man in Deutschland mit einem satellitengestützten Internetzugang von wirklich jedem Ort mit einem Highspeed-Internetzugang versorgt werden kann. Und ja, der Anbieter bietet selbst solche Lösungen an, egal. Alternativen wie den Richtfunk, gibt es ja auch. Glaubt man dem Unternehmen, werden für die Breitband-Versorgung lediglich eine Satellitenantenne mit speziellem LNB und ein Modem benötigt. Mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 20 Megabit pro Sekunde wirbt dieser und gibt einigen Landmenschen via Satellit so zumindest ein Gefühl, auf der Datenautobahn unterwegs zu sein – richtig schnell ist es meines Erachtens aber auch nicht. Doch mit dieser Aktion hat Orbitcom zumindest ein PR-Kuchen gewonnen – tolle Aktion.

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