Bis 2020 wird das digitale Datenvolumen auf 44 Billionen Gigabyte anwachsen. Doch wie behält man den Überblick? Und wie werden aus ungefilterten Daten Smart Data, die Unternehmen gewinnbringend nutzen können?

Alle reden von Big Data, dabei sagt dieser Begriff alles und nichts gleichermaßen: Die Summe aller Daten, die aus den verschiedensten Quellen gesammelt werden können, ist zwar quantitativ messbar, aber nicht qualitativ. Schließlich ist die Herausforderung für Unternehmen und Startups eine ganz andere: Aus all diesen Daten wertschöpfende Informationen für ihr Business zu gewinnen. Hier kommt mit Smart Data der wichtigste Teil ins Spiel.

Untersuchungen belegen: Das Datenvolumen aus Big Data steigt rasant an. Laut der Studie Digitales Universum von EMC wird es von geschätzten 8.591 Exabyte im Jahr 2015 auf über 40.000 Exabyte im Jahr 2020 anwachsen. Zum Vergleich: Ein Exabyte entspricht 1 Milliarde Gigabyte. Haben wir es also aktuell bereits mit umgerechnet 8.591.000.000.000 Gigabyte an ungefilterten Big-Data-Daten zu tun, werden es mehr als viermal so viel sein. 40.000.000.000.000 Gigabyte – eine unglaubliche Zahl. Tendenz steigend.

Smart Data: Daten systematisieren, Entscheidungen treffen

Unternehmen sind künftig also umso mehr gefordert, diese Daten für sich gewinnbringend einzusetzen: Für die Akquise von Neukunden und die Generierung passender Leads ebenso wie für die bessere Pflege von Bestandskunden. Dies gelingt jedoch nur, wenn man sich von liebgewonnen Workflows verabschiedet. Gefragt sind stattdessen Anwendungen, die Daten bereits im Vorfeld intelligent filtern und damit wichtige von unwichtigen Informationen automatisch trennen. Nur mit ihnen wird es möglich sein, die relevanten Informationen zu gewinnen und diese dann zielgerichtet zu nutzen – idealerweisen in Echtzeit.

Diese Anwendungen sollen in der Lage sein, sowohl klassische Stamm-, Adress- oder Kontaktdaten von passenden Ansprechpartnern aus Online-Inhalten wie dem Impressum oder PR-Kontakte aus Pressemitteilungen stichwortbasiert zu finden. Doch das ist nur der eine Teil. Smarte Daten werden erst dann daraus, wenn diese gewonnen Angaben vom System automatisch mit maßgeblichen weiteren Signalen angereichert werden: Von Pressemeldungen, News auf Websites wie Messeankündigungen, Produktneuheiten, Mitarbeiterwechseln oder Standortveränderungen sowie Online-Berichterstattung von Presse- und Branchendiensten ebenso wie Posts in Social Networks wie Twitter und Facebook.

Konkrete Leads und Informationen jederzeit

Anwender erhalten auf diese Weise ganz konkrete Informationen für ihr Geschäft. Ein Beispiel: Ein Kindergarten-Ausrüster erfährt automatisch über den geplanten Ausbau eines Kindergartens – idealerweise schon während der Planungsphase, weil er über eine Meldung eines regionalen Online-Mediums oder eine Mitteilung einer Kommune rechtzeitig informiert wurde. Nun kann sich der Ausrüster den Verantwortlichen empfehlen und sich bestenfalls früher als sein Wettbewerb in das Projekt mit einbringen.

Auch der Recherche-Aufwand minimiert sich erheblich und damit die erforderliche Zeit, um die Informationen zu finden und miteinander in Relation zu setzen: Denn Smart-Data-Anwendungen übernehmen diese Arbeit automatisch. Der Anwender muss lediglich seine suchwortbasierte Anfrage an das System stellen und damit definieren, welche Informationen für ihn von Belang sind – den Rest übernimmt die Anwendung automatisch.

Deutsche Anbieter

Der Markt an deutschen Anbietern für diese Smart-Data-Lösungen ist noch äußerst klein, dabei steigt der Bedarf an ihnen. Hier spielt natürlich auch der Datenschutz eine Rolle: Deutsche Unternehmen unterliegen den schärferen Gesetzen der europäischen und deutschen Gerichtsbarkeiten – hier haben deutsche Unternehmen per se einen Vertrauensvorschuss, den sie lediglich mit Leistung und Service einlösen müssen. Dass der Markt national wie international an Schwung bekommt, ist indes eine Tatsache. Es lohnt sich also, sich frühzeitig mit dem Thema Smart Data auseinanderzusetzen.

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