Während der Hype um „Pokemon Go“ längst wieder abgeflacht ist, bleibt das Interesse an Augmented Reality (AR) im Business-Bereich weiterhin hoch. Obwohl die Technologie bereits seit einiger Zeit (oft unbemerkt) Anwendung findet, ist sie in der Breite jedoch noch nicht angekommen.

Es gibt zwar bereits eine Vielzahl an Ideen und Prototypen, welche den Arbeitsalltag erleichtern sollen und einen Wettbewerbsvorteil schaffen könnten, wirklich eingesetzt werden davon aber bisher wenige – aber die die realisiert wurden, hatten positive Auswirkungen.

Augmented Reality und die heutige Verwendung in der Berufswelt

Im Bereich der Logistik beispielsweise findet AR bereits heute Anwendung. Bei einigen großen Logistikunternehmen werden flächendeckend Datenbrillen eingesetzt. Hier werden dem Brille-tragendem Mitarbeiter die nächsten Schritte direkt ins Sichtfeld eingeblendet oder ihm über Pfeile der kürzeste Weg durch das Zentrum gezeigt. Dadurch ist die Fehlerquote deutlich gesunken und die Produktivität angestiegen, die Einarbeitungszeit von neuen Mitarbeitern hat ebenfalls deutlich abgenommen.
Auch bei Handwerker- und Technikerberufen bietet AR schon heute Möglichkeiten: Dem Mitarbeiter werden die Informationen der Maschine direkt vor das Auge projiziert. Die Bedienung der Brille erfolgt hierbei durch Gesten und Sprache. Dies ist für den Alltag im Büro noch untauglich, jedoch gibt es hierfür bereits Ansätze.

Augmented Reality in der Zukunft

Das neue im Herbst 2017 erscheinende Windows soll Augmented Reality bereits integriert haben. Dementsprechend wird der klassische Desktop mit AR-Elementen erweiterbar sein. Trägt der Nutzer also eine Datenbrille kann er die Benutzeroberfläche in die echte Welt projizieren, dadurch kann er an mehreren Geräten gleichzeitig arbeiten und Daten austauschen.

Außerdem kann man damit während der Arbeit einfach aufstehen und umhergehen, ohne die Arbeit aus den Augen zu verlieren. Eine solche AR-Brille befindet sich zurzeit in der Entwicklung. Des Weiteren besteht die Möglichkeit über diese Brille auch den Computer und das Handy zu bedienen. Architekten projizieren damit Objekte als Hologramm vor sich und nehmen Veränderungen mit den Händen daran vor.
Am Arbeitsplatz der Zukunft ist demnach freies Umhergehen während der Tätigkeit möglich und projizierte Hologramme könnten in sämtlichen Branchen eingesetzt werden und viele Arbeitsschritte vereinfachen.
Auf Kongressen kann AR ebenfalls von großem Vorteil sein. Besucher müssten nicht mehr versuchen, die Namensschilder der Ansprechpartner zu entschlüsseln, sondern werden mit AR den Raum scannen und erhalten innerhalb von wenigen Sekunden alle verfügbaren Informationen zu den Personen.

Augmented Reality in der zukünftigen Berufswelt

Einen großen Fortschritt wird zudem die Ingenieurstätigkeit machen. Diese wird durch AR dazu fähig sein, gemeinsam an 3D-Modellen zu arbeiten ohne im gleichen Büro zu sein. Geräte werden virtuell durch Hologramme entwickelt, bei denen der Austausch von einzelnen Teilen in Sekundenschnelle vorgenommen wird.

Ausgebildet wurden sie dabei in Schulungen, die durch Hilfe von Hologrammen durchgeführt werden. Hierzu hat eine amerikanische Forschergruppe bereits ein Gerät entwickelt, welches ermöglicht Anwendungen aus dem AR Bereich kostengünstig auf jede Oberfläche zu projizieren. Benötigt wird dafür lediglich eine Deckenleuchte in die eine Glühbirne passt. Hiermit kann jede beliebige Oberfläche in ein Augmented-Reality-Display verwandelt werden. Mit diesem Display lässt sich dann agieren wie mit einem ganz normalen Touchscreen. Durch diesen Fortschritt könnten alle Berufsgruppen zukünftig mit Hilfe von Hologrammen arbeiten.

Schwierigkeiten beim Thema Augmented Reality

So schön sich diese Ideen auch anhören, leider ist noch keine davon so weit entwickelt, dass sie tatsächlich zum Einsatz kommen könnte. Generell ist die Forschung sehr teuer und aufwändig. Zu dem finanziellen Aspekt kommen noch einige technische Probleme hinzu.
Schatten beispielsweise kann zurzeit nur mit Hilfe von Spezialkameras in Echtzeit abgebildet werden. Da die Technologie in noch keiner für die Öffentlichkeit zugänglichen Software implementiert ist, wirken die durch AR eingefügten Objekte nicht real und schweben in der Luft. Dazu kommt, dass eine normale Kamera keine Tiefenwahrnehmung hat und das Element dadurch meist flach wirkt. Auch ist die maschinelle Objekterkennung momentan noch nicht ausgereift. Im Bereich der künstlichen Intelligenz und dem maschinellen Lernen wird hier intensiv nach einer Lösung geforscht, welche dementsprechend vielleicht auch bald das Problem in AR lösen könnte.
Abseits der technischen Aspekte kommt es noch zu ethischen und rechtlichen Problemen. Vor allem mit AR-Brillen werden beispielsweise bei der Anwendung in der Logistik an jedem Ort unbemerkt Videos von anderen Menschen gemacht werden. Das Arbeitsrecht ist auf diese Fälle noch nicht eingestellt.

Fazit

Augmented Reality ist bereits heute eine Möglichkeit um den Arbeitsalltag zu vereinfachen. Es gibt bereits sehr viele Ideen und Forschungsansätze die dies weiter ausbauen werden. Jedoch sind diese noch nicht so weit ausgereift, als das sie Mainstream tauglich wären bzw. komplett umgesetzt werden können. Langfristig werden die Technologien jedoch flächendeckend ihren Weg in die Arbeitswelt finden.

Inhalte nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies durch ein Klick auf Akzeptieren.