Smart Home-Anwendungen machen unser Leben in vielen Fällen nicht nur einfacher, sondern auch sicherer. Insbesondere zum Schutz gegen Einbrecher gibt es inzwischen eine ganze Reihe smarter Lösungen, die nicht nur einfach zu installieren, sondern vor allem auch preiswert sind.

Noch vor fünfzehn Jahren waren Alarmanlagen in Privathäusern nur selten anzutreffen. Videoüberwachung kam – wenn überhaupt – nur in Luxusimmobilien zum Einsatz. Der Grund dafür war allerdings nicht das fehlende Sicherheitsbedürfnis der Menschen, sondern schlichtweg der Preis solcher Sicherheitslösungen: eine hochwertige Alarmanlage mit Kameras und anderen technischen Finessen kostete mitunter 20.000 bis 30.000 Euro, manchmal sogar mehr.

Natürlich gibt es auch noch heutzutage derartige Luxus-Alarmsysteme, allerdings hat die Entwicklung hin zum vernetzten Eigenheim eine ganze Reihe preiswerter Alternativen hervorgebracht, die einfach in der Handhabung sind und problemlos selbst installiert werden können.

Wirksamer Schutz fängt bereits im Außenbereich an

Bevor ein Einbrecher eine Tür aufbrechen oder ein Fenster einschlagen kann, muss er sich dem Gebäude erst einmal nähern. Es gibt schon seit langem eine ganze Reihe von Produkten, die insbesondere auf Gelegenheitseinbrecher abschreckend wirken – beispielsweise Bewegungsmelder, Flutlichter oder Kameras. Diese agieren – trotz zum Teil hoher Preise – oft unabhängig voneinander und lassen sich nur mit viel Aufwand vernetzen.

An dieser Stelle setzen junge Unternehmen wie Ring an. Mit der Floodlight Cam bietet der US-amerikanische Hersteller beispielsweise eine Sicherheitskamera (1080p) an, die zusätzlich über einen Bewegungsmelder, zwei Flutlichtstrahler, Zweiwege-Audio und sogar eine Alarmsirene verfügt. Mehr noch: Die Kamera zeichnet sämtliche Bewegungen auf, speichert das entsprechende Videomaterial in der Cloud und informiert den Besitzer per Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone über verdächtige Vorgänge. Dieser kann sich dann live zuschalten und über den Lautsprecher sowie das Mikrofon mit der Person vor der Kamera kommunizieren – es muss ja nicht immer ein Einbrecher sein. Das nachfolgende Video zeigt die Funktionsweise der Ring Floodlight Cam im Detail:

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Der Preis für diese smarte All-in-One-Sicherheitslösung? Je nach Händler zwischen 250 und 300 Euro. Zum Vergleich: Ein hochwertiges Flutlicht mit Bewegungsmelder (ohne smarte Funktionen, Kamera und Alarm) kostet bis zu 130 Euro, eine einfache Überwachungskamera (kabelgebunden, ohne Cloud) rund 100 bis 200 Euro. Professionelle Lösungen schlagen schnell mit weit über 1000 Euro zu Buche.

Smarte Alarmsysteme zum Nachrüsten

Statistisch betrachtet, haben bereits Flutlichter und Kameras eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher, vor allem wenn diese – wie im Fall von Ring – auch noch mit einer Sirene ausgestattet sind. Schafft es ein Einbrecher dennoch bis zur Eingangs- oder Terrassentür, helfen smarte Alarmsysteme weiter. Diese lassen sich über Fenster- und Türsensoren spielend leicht nachrüsten. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Schlägt der Einbrecher die Scheibe ein und öffnet das Fenster, erkennt dies der Sensor und schlägt Alarm.

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Wie unterschiedliche smarte Geräte ineinandergreifen, wird am Beispiel Nest Secure besonders deutlich: Das über Sensoren gesteuerte Alarmsystem ist unmittelbar mit den Kamera-Lösungen von Nest für den Innen- und Außenbereich verbunden und nutzt die smarten Nest-Rauchmelder als Signalgeber. Zeitgleich wird der Eigentümer über die Nest-App über den Einbruchsversuch informiert und kann die Polizei verständigen.

In den USA ist die Lösung von Nest für rund 500 Euro zu haben. Zum Vergleich: eine herkömmliche Funkalarmanlage von Herstellern wie Abus liegt bei rund 1300 Euro – ohne smarte Funktionen.

Nichts ersetzt eine mechanische Absicherung

Das Smart Home-Zeitalter bietet Haus- und Wohnungsbesitzern eine ganze Reihe von Möglichkeiten, ihr Eigenheim intelligent gegen Einbrecher abzusichern. Heute wie damals gilt es aber dennoch zwei wichtige Punkte zu beachten. Erstens: Absolute Sicherheit gibt es nicht – weder bei der High-End-Alarmanlage für 30.000 Euro noch beim smarten System für 500 Euro. Zweitens: Nichts kann eine mechanische Absicherung ersetzen. Bevor also Geld in eine Nest Cam investiert wird, sollten zunächst Türen und Fenster einbruchhemmend nachgerüstet werden. Dieser Aspekt wird insbesondere von der Polizei regelmäßig betont, denn wenn ein Einbrecher nicht innerhalb von wenigen Minuten Erfolg hat, bricht er sein Vorhaben in den meisten Fällen ab.