Viele kennen es: Da bestellt man etwas online und die Ware wird zum ungünstigsten Zeitpunkt nach Hause geliefert – während der Arbeitszeit. Ich konnte mich kürzlich mit Karsten Ackermann, Business Development Manager bei Pakadoo, unterhalten und sehe darin die Lösung schlechthin: Sie ermöglicht es Mitarbeitern die Bestellung in die Firma liefern zu lassen. Erfolgreiche Pilotprojekte zeigen bereits, dass die Dienstleistung der LGI Logistic Group International GmbH Potenzial hat.

Mit Pakadoo wagt sich ein „Startup“ aus Herrenberg an einen Service, der vielen Mitarbeitern wahrscheinlich einen niedrigen Blutdruck beschert: Private Onlinebestellungen bequem ins Unternehmen liefern lassen. Nach eigener Aussage, wünschen sich 50 Prozent der Arbeitnehmer die Lieferung von privaten Paketen ins Büro. Warum also nicht einfach umsetzen, was verlangt wird? Gesagt, getan: Der Service bietet in Zeiten der Digitalisierung eine Lösung, mit der Mitarbeiter wertvolle Zeit gewinnen; und Arbeitgeber steigern mit ihm zweifelsohne die Zufriedenheit ihrer Angestellten. Zudem wird das frustrierende Erlebnis generell vermieden, dass der Zulieferer vergebens an der Haustür klingelt und die Lieferung wieder mitnimmt. Und die Experten unter uns wissen, speziell die letzte Meile ist heutzutage ein erheblicher Kostenfaktor – neue Lösungsansätze müssen her.

Es müssen nachhaltige Lösungen entwickelt werden, um dem drohenden Verkehrsinfarkt in den Innenstädten entgegen zu wirken und die CO2-Emissionen zu verringern. Dies erreicht man beispielsweise durch die Bündelung von Lieferfahrten an zentrale Annahmestellen statt Einzelanlieferungen bei Privathaushalten.

Karsten Ackermann, Pakadoo

Studien zufolge wünscht sich jeder zweite Arbeitnehmer, dass er seine Privatpakete am Arbeitsplatz erhalten kann. In Richtung Arbeitnehmer gelungen: Der Pakadoo-Service ist so konzipiert, dass ein Arbeitgeber geringe Kosten, Platzbedarf und Arbeitsaufwand hat.

Pakadoo: Retouren werden mit abgewickelt

In der Praxis definiert der Arbeitgeber einen sogenannten Pakadoo-Point, der sich entweder in der Poststelle, am Empfang oder im Wareneingang des Unternehmens befindet. Dorthin können sich die Arbeitnehmer ihre Pakete unkompliziert und sicher schicken lassen und bequem während beziehungsweise nach der Arbeitszeit abholen. Sobald ein Unternehmen einen Point eingerichtet hat, meldet sich der Mitarbeiter auf der Internetseite des Dienstes an und erhält seine persönliche PAK ID, welche er neben der Firmenadresse als Zielort in der Adress-Zusatzzeile beim Onlineeinkauf eingeben muss. Sobald sein Paket angeliefert worden ist, erhält der Mitarbeiter automatisch eine E-Mail-Benachrichtigung mit QR-Code, womit er sich zusätzlich zu einer persönlichen PIN bei der Abholung identifiziert.

Was in die eine Richtung funktioniert, funktioniert auch in die andere Richtung. So garantiert der Dienst auch, dass Retouren ebenfalls über das System abgewickelt werden können. Sie sind derzeit das teure Übel des Onlinehandels. Ob allerdings damit Geld verdient wird, ist bisher noch fraglich – das es funktioniert zeigte zuletzt Hermes. Egal, ein kleiner aber feiner Benefit, den der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bieten kann, ist der Dienst allemal. Ach ja, kostengünstig ist der Service auch: Im Monat fallen Kosten von weniger als 50 Cent je Mitarbeiter an. Da gibt es zweifelsohne kostenintensivere Möglichkeiten den Mitarbeiter Glücklich zu machen.

Ausgiebige Testszenarien sichern derzeit die gute Auftragssituation und zeigen meines Erachtens das Potenzial des Dienstes. Von Oktober 2014 bis Ende 2015 lief ein Pilotprojekt an diversen Standorten der Hewlett-Packard GmbH in Deutschland – erfolgreich. Pakadoo gibt an, dass der Service von allen Beteiligten positiv aufgenommen wurde. Von Beginn an hatten sich mehr als 25 Prozent aller Mitarbeiter registriert. Mittlerweile sind etliche namhafte Großunternehmen wie beispielsweise HP, DB, Hartmann, LGI, ZF TRW, BayWa und Advantest mit an Bord.