Die deutschen Autobauer haben auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) ihre Ideen für die Zukunft vorgestellt. Elektromobiliät und Digitalisierung sind die zwei großen Themen.

Nach der VW-Affäre um die Manipulation von Abgaswerten wünschten sich einige, wir wären beim Thema Elektromobilität schon weiter. Die gute Nachricht: Die deutschen Autobauer sind weiter, als viele denken. Eine Welt, in der nur noch Tesla-Modelle herumfahren, wird es auf lange Sicht nicht geben.

Porsche präsentierte auf der diesjährigen IAA in Frankfurt nicht nur eine überarbeitete Version seines Klassikers 911, sondern lockte die Besucher vor allem mit der Studie Mission E an: E-Mobilität made in Zuffenhausen. 500 Kilometer Reichweite, eine 80-prozentige Vollaufladung in nur 15 Minuten, und mehr als 600 Pferdestärken in futuristischem Design sollen das Tesla Model S einholen, von dem aktuell zirka 1.500 Fahrzeuge auf deutschen Straßen rollen.

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Ganz klar ein Porsche: Der Allradantrieb beschleunigt den Mission E von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden. (Bild: Porsche)

Parallel hat Audi zur Präsentation der E-Tron-Quattro-Studie eine eigene Halle angemietet. Das zweite Elektro-Konzept der Ingolstädter soll 2018 auf den Markt kommen und positioniert sich gegen das dann bereits auf dem Markt erhältliche Tesla Model X. Der SUV wird durch drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 505 PS angetrieben – zwar langsamer als die Porsche-Studie, aber realistischer in der Umsetzung. Auch die Ladezeit von 50 Minuten liegt deutlich über der des Mission E, allerdings sollen Solarzellen auf dem Dach für genügend Power sorgen, um ebenfalls auf eine Reichweite von 500 Kilometern mit einer Ladung zu kommen.

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Audi E-Tron Quattro: Solarzellen auf dem Dach sorgen ständig für Energienachschub. (Bild: Audi)

Das vernetzte Auto

Das zweite große Thema auf der IAA: die Digitalisierung des Autos. Der neue Siebener-BMW hat mehr als zwanzig Steuergeräte eingebaut, die durch ein Datennetzwerk verbunden sind. Das Auto legt ein Persönlichkeitsprofil des Fahrers an und sammelt Bewegungsdaten. Laut BMW-Chef Harald Krüger ist Digitalisierung das größte Projekt der Zukunft. Bald sollen Autos die Fähigkeit haben, selbstständig Hotelbuchungen vornehmen zu können. An ihrem Ziel angekommen finden sie fahrerlos in der Tiefgarage einen freien Platz. Vernetzung und die umfassende „Connectivity“ sind die Schlagwörter, so Krüger.

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Vorstandsvorsitzender Harald Krüger bei der Präsentation des neuen BMW 7er im Juni in München. (Bild: BMW)

Ein weiteres Beispiel für die Konnektivität kommt von Mercedes. In der Festhalle zeigten die Stuttgarter neben dem neuen Cabrio-Modell der S-Klasse und dem C-Klasse Coupé ihre Konzeptstudie, die den Namen der Automesse trägt. „IAA“ steht hier aber nicht für Internationale Automobil-Ausstellung, sondern für „Intelligent Aerodynamic Automobile“. Das Auto soll sich je nach den äußeren Gegebenheiten – ähnlich den Film-Transformers – dem Verkehr anpassen. Felgen sowie Klappen und Leisten im Frontbereich verschieben sind. Der Kofferraum kann bis zu 40 Zentimetern ein- oder ausgefahren werden.

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Mercedes Benz zeigt mit dem Concept IAA, wie sich das Wagendesign an den Verkehr anpassen kann (Bild: Daimler)

Auch der Internet-Konzern Google spielt auf dem digitalen Automarkt mit. Googles Roboterwagen sollen in vier Jahren einsatzbereit sein, allerdings will Google nicht als Automarke an den Markt gehen, sondern führt Gespräche mit etablierten Autoherstellern.Die Studie des selbstfahrenden Autos kommt hier sogar ganz ohne Lenkrad oder eingebaute Pedale aus.

Die Süddeutsche unkte: „Wenn man sich den Prototyp des Google-Autos so anschaut, können viele wohl verstehen, warum der Konzern wohl keine eigenen Fahrzeuge bauen will.“ Wenn es etwas gibt, dass den deutschen Autobauern schaden kann, dann ist es die eigene Überheblichkeit.

  • Blackbird

    „Es muss nicht immer Tresla sein“
    OK! Dann schick mir doch mal bitte den Link, wo ich die tollen deutschen E-Autos bestellen kann! Den TESLA konnte ich schon fahren (man ist das nen Auto!) und ich konnte ihn sogar bestellen und er wird ausgeliefert! Alles real!
    Das, was in dem Artikel vorgestellt wird, sind im Moment Konzepte mit Wünschen – mehr nicht und zwar auf absehbare Zeit! Alle darin genannten Daten, insbesondere die Ladezeiten, müssen erst mal belegt bzw. nachgewiesen werden. Hingegen sind die Supercharger von TESLA real – man, die gibt es tatsächlich! Und die laden wirklich so schnell und kostenlos!
    Es bleibt wie es ist: Ein Armutszeugnis „deutscher Ingenieurskunst“!