Die Digitalisierung der Wirtschaft ist in aller Munde. Auf der hub.berlin 2017 erinnerte Promerit-Vorstand Kai Anderson daran, dass der Mensch im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen muss.

„Digitalization? You forgot the human, stupid!“ – der Titel von Kai Andersons Vortrag auf der hub.berlin 2017 ist gleichermaßen provokativ wie eindeutig: Ohne den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, wird die Implementierung der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingen.

Einst hat die Industrielle Revolution das Leben der Menschen verändert. Arbeitsplätze wurden vernichtet, die Menschen gingen auf die Straßen – und bei der Digitalisierung wird das ebenso sein. Allerdings verändert die Digitalisierung unser Leben in einem noch nie dagewesenen Tempo. Sie hat Einfluss auf unser soziales Miteinander, auf unsere Kommunikation, auf unseren Konsum und nicht zuletzt auf unsere Arbeit.

„The automation of factories has already decimated jobs in traditional manufacturing, and the rise of artificial intelligence is likely to extend this job destruction deep into the middle classes, with only the most caring, creative or supervisory roles remaining.“ – Stephen Hawking

##Der Mensch muss zum Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung werden

Wenn das Wort „Digitalisierung“ fällt, denken die meisten von uns an smarte Technik, intelligente Apps oder Streaming-Angebote wie Netflix. Wir betrachten den Trend durch die Brille des Konsumenten. Aus dieser Sicht sind viele Dinge einfacher und komfortabler geworden.

Betrachtet man die die Digitalisierung jedoch aus der Sicht eines Unternehmens, insbesondere durch die Augen eines Personalers, sieht die Sache schon ganz anders aus. „Digitalisierung ist Transformation und Transformation ist Personalmanagement,“ erklärt Anderson. „Noch mangelt es in den Unternehmen an einer digitalen Kultur. Für den Arbeitsplatz der Zukunft brauchen Arbeitnehmer Computer-Affinität und digitale Kompetenzen – und damit meine ich keine Programmier-Skills, sondern ein Grundverständnis für die Prozesse der Digitalisierung.“

Auf Ebene des Individuums bedeutet das, dass wir flexibler werden müssen. Wir müssen uns darauf einstellen, ständig zu lernen und Veränderungen als Norm zu akzeptieren. Auf sozialer Ebene gilt es indes dafür zu sorgen, dass Menschen auch im Zeitalter der Digitalisierung beschäftigt sind. Anderson betont dabei jedoch ausdrücklich, dass „beschäftigt“ keineswegs mit „Arbeitsplätzen“ gleichzusetzen ist.

Fragen wie „Braucht es ein bedingungsloses Grundeinkommen, um den Konsum aufrechtzuerhalten?“, „Was ist der Sinn von Arbeit?“ und „Wie sieht Digital Leadership aus“ stehen im Raum. Fragen, auf die wir in den kommenden Jahren Antworten finden müssen, um den Menschen und die neue Arbeitsrealität miteinander in Einklang bringen zu können.