Zur Vorbereitung von berufstätigen Menschen auf die digitalen Arbeitswelten hat die FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Karlsruhe ab dem Wintersemester 2019/20 den neuen Masterstudiengang „Business Consulting & Digital Management“ im Programm. „Die digitale Transformation ist bei den meisten Projekten schon lange im Alltag der Unternehmen angekommen“, sagt die Karlsruher FOM-Geschäftsleiterin Verena Ehmann.

Doch gerade in mittelständischen Unternehmen würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer optimal auf die veränderten Arbeitsbedingungen vorbereitet. „Learning by doing ist sicherlich ein gangbarer Weg“, weiß Ehmann. „Aber dabei lernen die Leute meist nur die Situation im eigenen Unternehmen kennen“. Im neuen Masterstudiengang könnten die Studierenden ihre Erfahrungen aus der Praxis durch wissenschaftliche Impulse ergänzen und vertiefen. „Die Digitalisierung ist ein überaus dynamischer Prozess“, sagt Ehmann, und deshalb sollten die Mitarbeitenden an komplexen Projekten regelmäßig über den Tellerrand der eigenen Branche hinausschauen.

In vier Semestern bis zur Master-Thesis

Voraussetzung für das Studium ist ein Bachelor oder ein vergleichbarer Abschluss in einem Fach mit betriebswirtschaftlichen Inhalten. Allerdings können fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse auch durch einen BWL-Basiskurs vor Studienbeginn nachgeholt werden. „Sämtliche Studierenden sollten über dieselbe Basis verfügen“, sagt Ehmann. Das berufsbegleitende Masterstudium dauert vier Semester. Im fünften Semester wird dann die Master-Thesis verfasst. Die Präsenzkurse an der FOM gehen normalerweise donnerstags und freitags abends sowie an Samstagen über die Bühne.

„Um das Studium und den Beruf in Einklang zu bringen, müssen sich die Studierenden gut organisieren“, betont Ehmann. Allerdings könnten die Absolventinnen und Absolventen der einzelnen Studiengänge ihr erlerntes Wissen meistens direkt in ihre berufliche Tätigkeit mit einbringen. Beim Masterstudiengang „Business Consulting & Digital Management“ stehen im ersten Semester die Vermittlung von technischen und strategischen Grundlagen zu digitalen Geschäftswelten auf dem Programm. In den folgenden drei Semestern werden diese Grundlagen dann vertieft. Kurse zu Ethik und Nachhaltigkeit stehen dabei ebenso auf dem Lehrplan wie das Erlernen von Organisationtechniken und die Erstellung eines Business-Plans zu einem neuen digitalen Geschäftsmodell unter Anwendung von Design Thinking. „Die Studierenden sollen vor allem ein Gefühl dafür bekommen, wie man bei der Organisation von digitalen Prozessen die richtigen Entscheidungen trifft“, so Ehmann.

Moderne Informationstechnologien und darauf abgestimmte Unternehmensprozesse leisteten mittlerweile schließlich einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. „Doch noch immer hängt die erfolgreiche digitale Transformation von Personen und Persönlichkeiten ab, die eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie entwickeln“, so Ehmann. Durch den neuen Masterstudiengang könnten sich auch Berufstätige in die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem weiten Themenfeld der Unternehmensdigitalisierung eintauchen. Dafür müssen die Studierenden aber auch eine Stange Geld für ihre Weiterbildung in die Hand nehmen. Die monatliche Studiengebühr beim Studiengang „Business Consulting & Digital Management“ beläuft sich nämlich auf 350 Euro und mit den Gebühren für Immatrikulation und Prüfungen schlägt der Master mit insgesamt 12.430 Euro zu Buche. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums.

Digitalisierung steht auf dem Lehrplan von zahlreichen Studiengängen an Karlsruher Hochschulen

Und auch die anderen Karlsruher Hochschulen haben die Zeichen der Zeit schon lange erkannt und bereiten die Studierenden mit Vorlesungen zum Thema Digitalisierungsstrategien auf die Herausforderungen einer vernetzten Arbeitswelt vor. In der Karlshochschule International University liegt der Schwerpunkt beim Masterstudiengang Management in der Fachrichtung Marketing im vierten Semester auf dem Digital Channel Management. In der Fachrichtung Media Communication werden im vierten Semester die Themenfelder Digitalisierung und Gamification vertiefend behandelt. An der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruher werden wegen des wachsenden Bedarfs an Informatiklehrkräften an den weiterbildenden Schulen Lehrveranstaltungen zur Theoretischen und Technischen Informatik angeboten.

Außerdem veranstaltet die Karlsruher PH am 2. Oktober erstmals einen „Tag des Informatikunterrichts“. Traditionell einen hohen Stellenwert genießen Informatik und Digitalisierung an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA) und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an dem 1972 die erste Informatikfakultät Deutschlands gegründet wurde. Doch auch die beiden größten Hochschulen Karlsruhes werben mit zusätzlichen Angeboten abseits der klassischen Informatik um neue Studierende. Die HsKA hat dafür etwa den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Digital Leadership und Coaching“ zur Vermittlung der entsprechenden Kompetenzen an Führungskräfte und Berufseinsteiger im Angebot. Und am KIT wird zum Wintersemester 2019/20 erstmals der interdisziplinäre Studiengang Wirtschaftsinformatik angeboten.

FOM betriebt in Deutschland insgesamt 29 Hochschulzentren

Die Fachhochschule für Ökonomie und Management wurde 1991 in Essen als akademische Weiterbildungseinrichtung für Berufstätige und Auszubildende gegründet und erhielt bereits zwei Jahre später die staatliche Anerkennung für den Lehrbetrieb. Heute betreibt die FOM in Deutschland insgesamt 29 Hochschulzentren.

Im Wintersemester 2018/19 waren an der FOM rund 50 000 Studierende eingeschrieben. In Karlsruhe öffnete die FOM im Wintersemester 2018/19 die Pforten. Für die ersten vier Studiengänge „Wirtschaft & Management“, „Wirtschaft & Psychologie“, „IT Management“ sowie „Gesundheit & Soziales“ schrieben sich in der Fächerstadt etwa 120 Studierende ein.