Einkaufen via QR-Code ist wahrlich nicht neu, doch scheint die Technologie, im Gegensatz zur europäischen Akzeptanz, gerade im asiatischen Raum kaum wegzudenken zu sein. In China ist beispielsweise ein QR-Code-Scanner im Alleskönner WeChat integriert, der Nachbar Vietnam zieht nun nach und ermöglicht ab sofort das Shoppen via zweidimensionalen Code. Der Nutzer benötigt dazu lediglich ein Smartphone sowie einen virtuellen Shop beziehungsweise ein Plakat.

Schon 2011 machte das Handelsblatt den QR-Code zum Renner. Damals machten etwa Angebote rund ums Einkaufen via QR-Code in Südkorea und China die Runde. Und Kunden können dort bis heute, beispielsweise an hochfrequentierten Orten wie die U-Bahn-Station, mittels großer Plakatwände ihren Einkauf erledigen. Die Plakate sehen dabei aus wie Regale im Supermarkt und zeigen unterschiedliche Produkte an; in der Regel die Alltagswaren, die immer benötigt und die auch gerne auf Vorrat gekauft werden. Jedes Produkt besitzt einen QR-Code, der mithilfe der jeweiligen App eingescannt wird. Das Nachbarland Vietnam zieht nun nach. Dort können Konsumenten ab sofort ihre Einkäufe per Smartphone und QR-Code direkt beim Warten auf den Bus oder der U-Bahn erledigen*. Möglich wird dies durch virtuelle Läden der Vingroup. So zumindest berichtete kürzlich der Newsletter Mobilbranche.de.

*Anmerkung der Techtag-Redaktion: Ab zirka 2020 sollen erste Strecken fertiggestellt sein.

QR-Code: 73 Prozent der Bevölkerung Vietnams nutzt ein Mobiltelefon

Die Vingroup hat dafür 20 Hotspots in Hanoi sowie in Ho Chi Minh City auserkoren, um den virtuellen VinMart-Shop offiziell unter die Leute zu bringen – zusätzlich ermöglicht der Anbieter das Online-Shopping mit QR-Codes und verspricht dabei einen Versand innerhalb von 2-4 Stunden. Wer lieber doch den Supermarkt um die Ecke besucht, wird ebenfalls bedient; so steht eine ‚Scan & Go Shopping App‘ im gesamten Land zur Verfügung, die den Einkauf in insgesamt 73 Supermärkten ermöglicht. Und das Land hat Potenzial: 73 Prozent der Bevölkerung Vietnams nutzt ein Mobiltelefon, davon 42 Prozent ein Smartphone. Das unten eingebettete Video zeigt eine Bezahl-Variante aus Vietnam, wie per QR-Code bezahlt werden kann.

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Mobile payment: Apple Pay, Google Pay, Girocard

Und hierzulande? Ich kenne in Deutschland keinen Anbieter beziehungsweise Einzelhändler, der den Einkauf per QR-Code noch wirklich unterstützt. Zumindest keinen großen Player. Damals machten Budnikowsky, Weltbild und Deichmann von sich reden, als sie ebenfalls 2011 das Plakatshopping als neuen Verkaufskanal erprobten. Es blieb beim Ausprobieren. Einzig Payback schreibt in Deutschland nach eigenen Angaben eine Erfolgsgeschichte – das Unternehmen hat immerhin eine Reichweite von mehr als 30 Millionen aktiven Kunden in Deutschland – auch ohne Plakate, aber mit QR- und Barcode-Scanner. Unternehmen bieten über die Payback-App kundenindividuelle Angebote und der Kunde selbst sammelt für seinen Einkauf Bonuspunkte – mittlerweile kann er in ausgesuchten Läden auch mit der App bezahlen.

Aber auch hierzulande nimmt ‚mobile payment‘ dank NFC-Technologie zu. Apple Pay, Google Pay sind speziell bei der jüngeren Generation im Kommen, Kreditkarte oder EC-Karte bringen den nötigen NFC-Chip ebenfalls mit; bezahlt wird durch kurzes Anhalten am Bezahl-Terminal. Zudem wird das Smartphone gerne für Bus- und Bahntickets sowie Essens- und Taxibestellungen gezückt. So haben Mitte Juli 2017 noch 15 Prozent der Befragten einer Studie angegeben, sie hätten bereits kontaktlos bezahlt; Anfang dieses Jahres waren es fast die Hälfte (47 Prozent). „Jeder Vierte Befragte gab zudem an, bereits mit seinem Handy bezahlt zu haben. Bei den 18 bis 29 Jährigen waren es sogar 38 Prozent der Befragten. Dabei greifen die Nutzer mobiler Bezahlmethoden vor allem auf bankübergreifende Anbieter wie etwa Paypal, Payback Pay, Google Pay und Apple Pay zurück. Mobile Payment-Funktionen in bankeigenen Apps werden hingegen bislang nur wenig genutzt.“

Wer gute Beispiele hat, wo es in Deutschland die Möglichkeit gibt, via QR-Code einzukaufen, darf gerne in den Kommentaren schreiben.