Ein Plattform, bei der die ehrliche, faire Bewertung von Handwerkern und nicht die Vermittlung von Aufträgen im Vordergrund steht? Genau das hat sich wirsindhandwerk.de auf die Fahne geschrieben. Ein Interview.

Lieber Herr Owen, Sie sind der Gründer von wirsindhandwerk.de. Erzählen Sie uns doch zunächst etwas über Ihre Plattform, die erst kürzlich zu einer von Deutschlands besten Online-Portalen gewählt wurde.

wirsindhandwerk.de ist die erste deutschsprachige Empfehlungsplattform für das gesamte Handwerk. Bewertungsplattformen in dieser Form kennt der Endkunde bereits im Bereich Reisen mit Holidaycheck, bei Restaurants mit Tripadvisor oder bei Ärzten mit Jameda. Bewertungen und Empfehlungen sind ein wichtiger Content im Internet für Kaufentscheidungen geworden und die Suche und Orientierung danach mittlerweile gelerntes und gängiges Online-Verhalten von Nutzern. Wir haben nun diese Lücke im Handwerk mit wirsindhandwerk.de geschlossen.

Unser Ziel ist es eine gute Entscheidungsgrundlage für den Nutzer zu schaffen und vor allem den guten Ruf, den die Handwerksbetriebe sich Tag für Tag hart erarbeiten, ins Internet zu bringen und dem Handwerker eine digitale Heimat zu geben. Dabei heben wir uns stark von bestehenden Handwerkerplattformen ab, die als Auftragsvermittlungsplattformen bekannt sind. 

Daher freuen wir uns sehr über den von Ihnen angesprochenen Preis, der in einer groß angelegten Verbraucherbefragung ermittelt wurde und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die bedeutendste Plattform für das Handwerk zu werden.

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Wie sind Sie auf Idee zu wirsindhandwerk.de gekommen?

Die Idee entstand vor ein paar Jahren, als ich mein Haus umgebaut habe. Wie es bei solchen Projekten fast immer der Fall ist, hatte ich ein paar sehr gute Handwerker und ein paar weniger gute. Daraufhin wollte ich meinen Schreiner, der mir eine wunderschöne Küche gebaut hat, im Internet positiv bewerten und weiterempfehlen, damit auch andere Verbraucher von meiner Erfahrung profitieren können und mein Schreiner gleichzeitig eine positive Referenz erhält. Als ich dann im Internet nach Bewertungsseiten für das Handwerk gesucht habe, sowie man es eben aus anderen Bereichen kennt, habe ich sehr schnell festgestellt, dass es hier noch nichts Bedeutendes gibt. Das einzige was ich gefunden habe, war ein Auftragsvermittlungsportal für Handwerker. Aber ich wollte keinen neuen oder günstigen Handwerker, sondern meinen tollen Handwerker auf einer guten Handwerkerplattform empfehlen.

Ich wollte dem besagten Schreiner wenigstens noch einen Kommentar auf seiner eigenen Homepage hinterlassen, aber diese Funktion stand nicht zur Verfügung und die Homepage war auch nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund dieser Erfahrungen war es klar für mich, dass es hier ein Bedarf auf Handwerker- und Verbraucherseite gibt, den es zu lösen gilt.

Sie stellen Ihren Mitgliedern unter anderem eine fürs Handwerk optimierte Unternehmenspräsentation zur Verfügung. Wenn man sich in der Branche so umschaut, fällt auf, dass nur wenige Handwerker eine eigene Internetseite haben. Manche erreicht man sogar nur ganz klassisch per Telefon. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass nur wenige eine eigene Interseite haben. Mittlerweile ist es schon so, dass die große Mehrzahl der Handwerker online vertreten ist. Nur die Qualität des eigenen Internetauftritts entspricht meistens nicht der eigentlichen Qualität des Handwerksbetriebes und der Erwartung des Verbrauchers. Aber natürlich existieren auch noch die Handwerksbetriebe, die gar nicht online vertreten sind.

Meines Erachtens nach gibt es nicht den einen Grund, warum der aktuelle Stand so ist wie er ist. Das deutsche Handwerk ist eine sehr traditionelle und bodenständige Branche, die über Jahrhunderte gewachsen ist und die lange Zeit wenig Kontakt mit der Digitalisierung und den daraus resultierenden Möglichkeiten hatte. Gleichzeitig boomt das Handwerk seit Jahren, sodass die Betriebe einfach keine Zeit haben sich um ihren Online-Auftritt zu kümmern, auch wenn sie dies gerne würden. 

wirsindhandwerk.de bietet nicht nur den Handwerkern die Möglichkeit sich zu präsentieren, sondern auch den Kunden die Möglichkeit, die Handwerker zu bewerten. Wie ist ihr Eindruck: Kommt den Bewertungen im Zeitalter des Internets die entscheidende Rolle zu, wenn ein Verbraucher einen Handwerker aussucht?

Bewertungen und Empfehlungen sind gerade im Handwerk sehr wichtig. Die Handwerker bekommen ihre neuen Kunden fast ausschließlich über persönliche Empfehlungen. Online Bewertungen werden daher immer wichtiger, da für 79 % der Internetnutzer Online-Bewertungen gleichbedeutend sind mit einer persönlichen Empfehlung. 

Das Handwerk muss sich ebenso dem gesellschaftlichen Wandel anpassen, da Digital Immigrants und besonders die Digital Natives keine Gelben Seiten und Branchenbücher mehr kennen und zunehmend über Bewertungen im Internet den Dienstleister auswählen.

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Bewertungen sind mitunter ein heikles Thema, da man nie ausschließen kann, dass etwa ein Konkurrent einen anderen Betrieb negativ bewertet, oder aber, dass sich ein Handwerker von Freunden positiv bewerten lässt. Wie sieht Ihre Qualitätssicherung in diesem Bereich aus?

Hierfür haben wir einen sehr komplexen – derzeit fast einzigartigen – Bewertungsprozess installiert, der solche Probleme so gut es geht ausschließt. Dieser Prozess entspricht dabei der ISO 20488-Norm, die den Umgang mit Online-Bewertungen im Internet definiert und einen Standard setzt, an den wir uns halten.

Jede einzelne Bewertung kann der Handwerker darüber hinaus von uns verifizieren, also auf Echtheit prüfen lassen, um eine hohe Glaubwürdigkeit in den bei uns veröffentlichen Bewertungen sicherzustellen. 

Am Ende ist es am wichtigsten, dass wir bei Fragen rund um die Bewertungen für die Handwerker und Nutzer sehr gut persönlich ansprechbar sind und wir sofortige Hilfestellung leisten können. 

Würden Sie soweit gehen, zu sagen, dass ein Handwerker sich heutzutage online präsentieren muss?

Ja, definitiv! Online-Präsentation bedeutet in diesem Kontext aber nicht nur eine mehr oder weniger moderne Homepage und Bewertungen zu haben. Die größte Herausforderung, die Handwerksbetriebe aktuell beschäftigt, ist der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. Der Auftritt auf wirsindhandwerk.de bietet dem Handwerksbetrieb nicht nur die Möglichkeit, die eigene Qualität im Handwerk zu zeigen, sondern insbesondere auch potenzielle Auszubildende und Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen. Das Employer-Branding nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, bei dem wir den Handwerksbetrieben auch unterstützen.

Welche Rolle spielen in diesem Kontext die sozialen Netzwerke?

Die sozialen Netzwerke spielen eine wichtige Rolle um die Qualität des Betriebes zu zeigen und somit auch für das angesprochene Employer Branding. Instagram, Facebook und Co. sind wichtige Kanäle, wenn es um die Ansprache von potenziellen Auszubildenden geht. Ich denke, dass die sozialen Netzwerke viel mehr durch das Handwerk bespielt werden müssten, um das Handwerk wieder mehr in die Köpfe von jungen Menschen zu bringen und vor allem zu zeigen, was das Handwerk heutzutage für Möglichkeiten bietet. Gerade im Bereich Nachwuchskräfte können die sozialen Netzwerke daher eine wichtige Rolle spielen. Wir arbeiten bereits daran, dass die Inhalte, die der Handwerksbetrieb auf seinem wirsindhandwerk.de-Profil veröffentlicht, auch sofort in seiner Instagram Story erscheinen.

Unser Ziel ist es somit auch, mit wirsindhandwerk.de in der digitalen Welt die Wertschätzung wieder ins Handwerk zu bringen und den Nachwuchs wieder vermehrt für das Handwerk zu begeistern.