Social Media-Plattformen bleiben auch im neuen Jahr ein wichtiger Bestandteil des Corporate Marketings. Ein Blick auf die wichtigsten Trends für 2020.

Videoinhalte dominieren plattformübergreifend

Video Creation

Bereits seit einigen Jahren zeichnet sich auf allen relevanten Social Media-Plattformen eine Entwicklung ab, die spätestens 2020 niemand mehr ignorieren sollte: Wer die breite Masse an Nutzern erreichen möchte, muss auf Videoinhalte setzen. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bereits 2022 über 80 Prozent des Online-Contents Videoinhalte sein werden.

Befeuert wird diese Entwicklung nicht zuletzt durch die zunehmende Popularität von Instagram Stories sowie Plattformen wie TikTok. Das soll nun nicht heißen, dass jedes Unternehmen seinen Auszubildenden ein Smartphone in die Hand drücken muss, um hippe Inhalte für TikTok zu produzieren. Aber es macht Sinn, sich zumindest über eine mittel- bis langfristige Videostrategie Gedanken zu machen.

Übrigens: Die weitverbreitete Auffassung, dass Videos in den Sozialen Netzwerken zwangsläufig „kurz und knackig“ sein müssen, ist nur bedingt richtig. Bejahen lässt sich die Aussage bei Plattformen wie Instagram (maximale Videolänge 60 Sekunden) oder TikTok (maximale Videolänge 15 Sekunden). Facebook dagegen belohnt Videos mit einer Dauer von mehreren Minuten sogar mit mehr Reichweite – zumindest im Feed. In-Stream-Videos dürfen derweil auf Facebook nur 5 bis 15 Sekunden lang sein.

Letztendlich gibt es unzählige Video-Formate, die man im Social Media Marketing einsetzen kann. Jede Plattform hat ihre eigenen Spielregeln (Format, Länge, Effekte, etc.), die es zu beachten gilt. Wichtig ist jedoch vor allem eines: Die Videos müssen zur Marke passen.

Plattformen wie TikTok und Twitch gewinnen an Bedeutung

TikTok

Als Unternehmen auf Plattformen wie Facebook aktiv zu sein, ist im Jahr 2020 so selbstverständlich, wie eine Website oder einen Telefonanschluss zu besitzen. Zumindest sollte es so sein.

Wer die Basics bereits gemeistert hat und sich neue Zielgruppen erschließen möchte, muss derweil offen für Neues sein. Im Auge behalten sollten Unternehmen in diesem Zusammenhang definitiv TikTok, ein Netzwerk, das weltweit rund 800 Millionen Nutzer hat. Auch 2020 wird die Plattform weiterhin rasant wachsen, da TikTok insbesondere in Europa und den USA umfangreiche Marketing-Kampagnen gestartet hat, um noch bekannter (und relevanter) zu werden.

Eine zweite Plattform, die 2020 im Social Media Marketing mehr Beachtung finden wird, ist Twitch. Das Live-Streaming-Videoportal wird zwar vorrangig zur Übertragung von Videospielen genutzt, ist allerdings mit 15 Millionen aktiven Nutzern täglich auch für das Online-Marketing von Unternehmen durchaus spannend. Inzwischen finden sich auf Twitch bereits zahlreiche erfolgreiche Kampagnen (meist Product Placements) von Firmen aus dem Bereich ­Consumer Electronics. Aber auch Spielzeughersteller und sogar Versicherungsfirmen sind dort aktiv.

Entscheidend ist letztendlich immer die Zielgruppe. Ein Unternehmen, das mit seinen Produkten vornehmlich Personen zwischen 40 und 60 Jahren ansprechen möchte, wird auf TikTok nicht erfolgreich sein. Umgekehrt kann es für Unternehmen, die Produkte für 13- bis 18-Jährige im Portfolio haben, Sinn machen, sich mehr auf TikTok als etwa auf Facebook zu konzentrieren.

Vom Online-Handel zum Social Commerce

Social Commerce

Laut Definition stehen beim Social Commerce „die aktive Beteiligung der Kunden und die persönliche Beziehung der Kunden untereinander im Vordergrund.“ Anstatt den Weg über den Handel zu gehen, werden Artikel und Dienstleistungen über soziale Medien direkt angeboten und verkauft. Eines der Paradebeispiele ist in diesem Zusammenhang der britische Staubsaugerhersteller Dyson, der sein komplettes Sortiment im Facebook Shop anbietet.

Einen ähnlichen Weg hat jüngst auch Rimowa eingeschlagen: Verkauft werden die Premium-Koffer inzwischen hauptsächlich über eigene Stores, den Online-Shop sowie Instagram Shopping. Dank Instagram Shopping können die Fans der Marke die auf den Bildern gezeigten Koffer direkt kaufen.

Aus Social Media Plattformen werden Sales Plattformen.

Influencer Marketing bleibt relevant

Influencer

Nichts wurde in den vergangenen Jahren heißer diskutiert, als das Influencer Marketing. Bei dieser Form des Marketings werden gezielt Meinungsmacher („Influencer“) für Marketing- und Kommunikationszwecke eingesetzt. In erster Linie geht es darum, die Glaubwürdigkeit des Influencers und das daraus resultierende Vertrauen seiner Community zu nutzen, um für Produkte oder Dienstleistungen zu werben.

Auch 2020 werden Influencer ein wichtiger Bestandteil von Marketingkampagnen sein – jedoch mit einigen Veränderungen:

  • aufgrund der Kritik der vergangenen Jahre, werden sowohl Unternehmen als auch die Influencer selbst verstärkt auf authentische Inhalte und Transparenz achten.
  • bei der Auswahl von Influencern wird man dazu übergehen, datenbasierte Analyse-Tools heranzuziehen, um „Fake-Influencer“ mit gekauften Likes und Kommentaren frühzeitig zu erkennen.
  • Unternehmen werden versuchen, Influencer zu echten Markenbotschaftern zu machen. Das bedeutet, dass es mehr langfristige Kooperationen mit einem kleinen Kreis ausgewählter Influencer geben wird, anstatt einer Vielzahl von Einmal-Aktionen, die der Glaubwürdigkeit aller Beteiligten schaden.
  • Micro-Influencer gewinnen weiter an Bedeutung, da ihre Glaubwürdigkeit innerhalb der jeweiligen Zielgruppen (verglichen mit den „großen“ Influencern) als deutlich höher eingestuft wird.
  • Grundsätzlich ist eine Marktbereinigung zu erwarten, da es „Fake-Influencer“ mit gekauften Fans zunehmend schwer haben werden, an Kooperationen zu kommen.
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Frank Feil
Frank Feil, Jahrgang 1986, berät und schult regionale sowie überregionale Unternehmen in den Bereichen Social Media und Corporate Publishing. Zudem ist er als freier Autor tätig. Schon von Kindesbeinen an fasziniert ihn alles, was mit Technik und dem Internet zu tun hat. Seit 2006 ist er als Blogger und Community Manager im Netz unterwegs.