Die servicebasierte Datenanalyse aus der Cloud als Alternative zu internen Lösungen hat besonders für kleine und mittelständische Unternehmen ihren Reiz. Risiken und Nutzen sollten jedoch sorgfältig abgewogen werden.

Business Intelligence (BI) ermöglicht mittelständischen Unternehmen eine systematische Datenanalyse, um intelligente Geschäftsentscheidungen zu treffen. Jüngere Studien wie etwa vom Forschungs- und Beratungsinstitut BARC (Business Application Research Center) zeigen, dass im Mittelstand der BI-Bedarf stetig steigt, um geschäftskritische Prozesse zu unterstützen. Allerdings ist die Einführung und der Betrieb von BI-Systemen für kleine Unternehmen eine große Hürde. Lange Implementierungszeiten, komplizierte Installations-, Upgrade sowie Betriebsprozesse und vor allem hohe Kosten schrecken viele davon ab, sich mit der Einführung von BI-Systemen zu befassen. Die Lösung: BI aus der Cloud: Software as a Service ermöglicht Datenanalysen und Reports bei Bedarf und ohne teure und komplexe Inhouse-Software.

Gartner nennt vor allem drei Schlüsselfaktoren, die für BI aus der Cloud sprechen:

  • Time to Value: BI Cloud-Angebote glänzen durch eine im Vergleich zu On-Premise-Systemen schnellere Implementierung. Das erweist sich insbesondere dann als Vorteil, wenn die IT-Abteilung nicht schnell genug auf neue Anforderungen reagieren kann.
  • Kostenbetrachtung: In der Kostenbetrachtung unterscheiden sich Inhouse- und Cloud-Systeme deutlich. Miet-Software ist zwar nur in den ersten fünf Jahren billiger als Kauf-Software. Als langfristige Vorteile von Mietsoftware betrachtet Gartner daher eher den günstigeren Cashflow sowie den im Vergleich zur Kaufsoftware niedrigeren Support-Aufwand.
  • Mangel an IT-Expertise: Cloud-Applikationen sind oftmals für bestimmte Einsatzszenarien oder Branchen vorkonfiguriert. Das hilft Unternehmen, die wegen ihres knappen IT-Personals keine eigenen Applikationen erstellen können.

Trotz dieser Vorteile ist die Nutzung von Cloud-BI-Services bei den Unternehmen noch recht verhalten. Derzeit nutzten laut Forrester nur zwischen ein bis zwei Prozent der Unternehmen Cloud-BI. drei bis vier Prozent wollen dies in den nächsten Monaten einführen. Laut IDC ist das aber eine vorübergehende Erscheinung: Sie prognostizieren, dass die weltweiten Geschäfte mit BI-on-Demand-Lösungen bis 2015 jährlich über 20 Prozent wachsen werden. Damit würde das SaaS-Segment des BI-Marktes drei Mal so schnell wachsen wie das Gesamtgeschäft mit Analysewerkzeugen.

Vorbehalte gegen die Business Intelligence

Die Zurückhaltung für BI aus der Cloud hat mehrere Gründe. Hauptfaktor ist die Datensicherheit. Viele IT-Verantwortliche sind sehr zurückhaltend, hochsensible Kundendaten oder Finanzkennzahlen ins Internet zu verlagern. Besonders Unternehmen aus Deutschland gelten als sehr kritisch und haben starke Vorbehalte, BI-Daten einem Cloud-System anzuvertrauen, dessen Standorte möglicherweise über die halbe Welt verteilt sind (Stichwort: EU-Datenschutz). Die Anbieter haben das Problem erkannt. Fast alle großen Cloud Service Provider garantieren die Datenhaltung in europäischen Rechenzentren. Zudem kann man sich mit Verträgen absichern, dass die Daten in Deutschland bleiben.

Auch die Bandbreite kann zum Problem werden. Wenn große Datenmengen aus Inhouse-Transaktionssyssteme in die Cloud geladen werden müssen ist Analyse, Reporting und Dashboarding tatsächlich schwierig. Abhilfe können Hybrid-Modelle schaffen, bei denen das BI-Front-End und eventuell ein analyserelevanter Datenausschnitt in der Cloud, der Großteil der Datenmengen aber lokal gehalten wird. Abgesehen davon: Auch wer Daten in der gleichen Cloud speichert, in der die operativen Systeme gefahren werden, kann BI-Applikationen dort ohne größere Bandbreitenprobleme betreiben.

Ein weiterer Einwand betrifft die Individualisierung. Cloud-Dienste basieren auf einem Baukastensystem und bieten Standard-Funktionalitäten. Viele BI-Anwender möchten aber ein Fine-Tuning von Analysen und Prognosen betreiben. Dieses Customizing sei bei Cloud-Applikationen weniger möglich als bei einer Inhouse-Lösung. In der Tat ist das Angebot noch nicht groß, aber wer tatsächlich individualisierte Cloud-BI-Service haben will kann auch auf angepasste BI-Dienste zurückgreifen. Hier lohnt sich ein Blick auf folgende Dienste SAP-BusinessObjects-BI-OnDemand, Microsoft Azure mit ixto Templates oder – speziell für den deutschen Mittelstand – IBM City Clouds. BI-SaaS-Services bieten auch viele kleine BI-Spezialisten wie Tibco oder Tableau. Eine weitere Möglichkeit bieten Cloud-BIs auf Open Source Basis.

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