Man stelle sich Deutschland ohne Mittelstand vor. Absolut unvorstellbar. Doch die Zeit rennt und deutsche KMUs laufen Gefahr, zumindest die Digitalisierung zu verschlafen. Dabei sind speziell der hohe Digitalisierungsgrad und die starke Internetaffinität die beiden wichtigsten Säulen für eine digitale Zukunftsfähigkeit der Unternehmen – andere Faktoren sind allerdings auch nicht zu missachten.

Grundsätzlich wächst der Digitalisierungsgrad offenbar mit der Größe des Unternehmens. Mobiles Arbeiten mit Laptop, Tablet und Smartphone nimmt bei einem Großteil der Unternehmen zu und gewinnt im Zusammenhang mit dem modernen Arbeitsplatz an Bedeutung. Doch wie steht es grundsätzlich um die Digitalisierung beim deutschen Mittelstand? Glaubt man dem Focus, sind die KMUs fast nicht mehr zu retten. „Die Bedeutung der fortschreitenden Digitalisierung bestreiten sie gar nicht. Doch darauf vorbereitet sind die wenigsten Mittelständler“ teasert das Online-Magazin seinen Artikel Mittelstand aufgepasst: Warum Sie die Digitalisierung nicht verschlafen sollten. Geht es nach dem Redakteur Peter Dewald, Geschäftsführer der Niederlassung Deutschland des Softwarekonzerns Sage, bedeutet Digitalisierung die Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Verbesserung von Geschäftsprozessen aufgrund der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken. „Durch internetfähige Handys und Software muss schon heute keine Abteilung mehr auf die Rückkehr des Chefs warten: Wichtige Unterschriften übermittelt er sofort per Auftrags-App.“

Mittelstand: Sicherheit geht vor; Misstrauen ist angesagt

Dass bestimmte Dinge juristisch abgeklopft werden müssen, dass aus Sicherheitsgründen solche Dinge nicht auf mobile Endgeräte gehören, wird leider nicht erwähnt. Auch liest man leider nichts zu den Möglichkeiten, diese Dinge einiger Maßen sicher zu gestalten. Hierzu muss man wissen, dass der Mittelstand nicht nur über 90 Prozent der Wirtschaftskraft Deutschlands ausmacht, vielmehr ist das geballte Know-how der Unternehmen pures Kapital. Ein Grund, warum Mittelständler es mit der Digitalisierung lieber langsam angehen – Misstrauen ist angesagt.

Grundsätzlich ist der Trend aber vorgegeben: So bedeutet Digitalisierung die Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Verbesserung von Geschäftsprozessen aufgrund der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken. Da ist sich der Wirtschaftsspezialist Deloitte sicher. Und die Praxis gibt ihnen Recht. Denn laut einer Studie sind es speziell zwei treibende Kräfte, die den Mittelstand auf mehr Digitalisierung drängen: „Informations- und Kommunikationstechniken gelten als Treiber für Veränderungen in Unternehmen. Treiber lassen sich hierbei in zwei Kategorien einordnen. Externe Treiber entstammen dem Unternehmensumfeld. Beispielhaft können gesetzliche Regelungen und technologische Weiterentwicklungen genannt werden. Interne Treiber dagegen ergeben sich aus dem Unternehmen heraus. Dies können beispielsweise Mitarbeiter sein, indem sie Vorschläge zur Verbesserung von Prozessen mittels IKT erbringen.“ Der Mittelstand hat allerdings noch eine andere treibende Kraft: den Kunden. Im Gegensatz zu den riesigen Firmen setzt der Mittelstand auch heutzutage noch auf Kundennähe. Nur so sind langfristige Bindungen und erfolgreiche Geschäfte auf Jahre hin möglich. So zumindest kann man eine Schlussfolgerung der Studie Digitalisierung im Mittelstand interpretieren: „Die zunehmende Prozessorientierung der Unternehmen und die damit erforderte Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg haben eine Zunahme der Digitalisierung zur Folge.“

Ob für eine Digitalisierung auf lange Sicht ein mittelständisches Unternehmen nur erfolgreich sein kann, wenn es den Schritt in die Auslandsmärkte wagt, wage ich zu bezweifeln. Zumal dieser Schritt nichts mit der Digitalisierung zu tun hat. Da stelle ich mich mal mutig gegen die Aussage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Doch stimme ich in einem mit dem Focus-Artikel überein: „Kann die Firma erfolgreich expandieren, sollte auch die Software unkompliziert mit wachsen können. Digitalisierte Prozesse sollen nicht nur das Alltagsgeschäft, sondern auch das langfristige Wachstum des Unternehmens erleichtern. Gut durchdacht und verknüpft haben sie die Macht, genau das zu leisten.“

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