Wird tatsächlich die beste Industrie in Deutschland angeboten? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass zumindest Made in Germany noch immer ein Auswahl-Kriterium für Auftraggeber beschreibt. Wir werden mittlerweile auch im Ausland wegen unseren Mittelstandstechnologien beneidet, vielleicht sogar gefürchtet? Kein Wunder: Sind wir doch die innovativste Industrie der Welt.

Die deutsche Wirtschaft boomt. Alleine 2013 soll weltweit der höchste Exportüberschuss erzielt worden sein. Von 260 Milliarden US-Dollar ist die Rede. Zum Vergleich: China verbucht eine Leistungsbilanz von rund 195 Milliarden US-Dollar. In die Leistungsbilanz geht der gesamte Waren- und Dienstleistungsverkehr mit dem Ausland ein. Ein besonderer Träger dieser Bilanz ist zweifelsohne der deutsche Mittelstand.

Automobilindustrie

Da ist beispielsweise die Automobilindustrie, die pünktlich zur North American International Auto Show die ersten Highlights aufweisen kann. Speziell die deutschen Autohersteller sind in den USA sehr beliebt, Mercedes, Porsche sowie BMW verbuchten 2013 im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Rekordeinnahmen. Autonome Fahrzeuge sind seit Google und Co. Nicht mehr aus den Medien wegzudenken. In Zukunft wird der Computer das Steuer übernehmen. Deutsche Unternehmen investierten 2013 hohe Summen in diesen Technologietrend. Glaubt man Mercedes, ist die Technik bereits soweit. Es müssten lediglich juristische Fragen geklärt werden. Kein Zweifel, die weltweit agierende IT-Industrie hat heutzutage die automotive Technologie erprobt. Langsam aber sicher haben auch die Märkte Vertrauen gefasst. Zumindest in der Logistik ist die Technik bereits angekommen; zum Teil sogar schon im Betrieb. Amazon beispielsweise steckte zuletzt 775 Millionen US-Dollar in den Lagerroboterhersteller Kiva Systems. Technische Herausforderungen müssen allerdings noch neben den juristischen Fragen gelöst werden. Vernetzung sowie die Ausstattung der einzelnen Fahrzeuge sind dabei zu nennen – zudem ist der Kostenfaktor für das Gesamtpaket „autonom“ derzeit nicht schätzbar; abwarten die Devise.

Baubranche

Ein anderes Gewicht des Mittelstands ist die Baubranche. Klar, gebaut wird immer. Doch das Werkzeug dafür wird immer verrückter und vor allem größer. Auf der bauma in München beispielsweise wurde der weltgrößte Muldenkipper vorgestellt. Alleine die Reifen des T 282 sind vier Meter hoch. Über Verkaufszahlen ist allerdings nichts bekannt. Woran wird der Boom festgemacht. Laut aktueller Zahlen ist alleine die Gerätekapazität mit knapp 80 Prozent ausgelastet; Mitte 2013 erreichte der Auftragsbestand des Bauhauptgewerbes mit 28,7 Milliarden Euro absoluten Höchststand. Die deutsche Bauwirtschaft boomt wie seit Jahrzehnten nicht. Der Aufschwung wird vor allem vom Wohnungsbau getragen und setzt sich 2014 aller Voraussicht nach verstärkt fort.

Laser- und Umformtechnik

Die Konjunktur boomt, die Werkzeugmaschinenindustrie nicht weniger. Hersteller von Pressen, Stanzen sowie Lasermaschinen können sich derzeit nicht beschweren. Forschung und Entwicklung sind auf dem Vormarsch; wirtschaftliche Anerkennung nennt man das wohl. Als Vorreiter der Branche darf das Unternehmen Trumpf genannt werden. Der Werkzeugmaschinenhersteller investierte zuletzt 193 Millionen Euro alleine in die Forschung. Eine Summe, die nicht ohne wahrzunehmenden Boom sowie aufkeimende Hoffnung in die Hand genommen wird. Der Maschinenbau steht mit einem Exportanteil von 15 Prozent an zweiter Stelle hinter der Automobilindustrie.

IT, Software

Wenn es um IT-Know-how sowie um Software-Entwicklung geht. Spielt Deutschland unverändert seit Jahrzehnten in der ersten Liga. Speziell der Süden des Landes ist das Mekka mittelständischer Spezialisten. Weltkonzerne wir Bosch, Mercedes, Adidas, Pfizer, Siemens und andere international ausgerichtete Firmen setzen auf die schlauen Köpfe aus Baden-Württemberg und Bayern; Intel und Microsoft haben gar ihre europäische Forschung in Städte wie das badische Karlsruhe verlegt. Nicht ohne Grund: Lehre und Forschung gehen seit Jahrzehnten gemeinsame Wege. Die Spitzenuniversität KIT verspricht dauerhaft IT- und Software-Spezialisten zu vermitteln, die sich zudem international nicht verstecken brauchen.

Dennoch muss sich in Deutschland einiges tun, damit diese Stellung gehalten werden kann. Generell ist den Machern klar, dass Energieeinsparungen sowie der Ausbau der Bandbreite eine Hoheitsaufgabe werden muss. Eben weil der Wachstum des Datenverkehrs in den letzten Jahren extrem zugenommen hat. Dabei wächst natürlich auch der Energiebedarf der Server-Architekturen. Der Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektor versucht 2014 beide Probleme anzugehen. Zumindest behaupten das die Kollegen des Magazins „Elektro-Industrie„. Grundsätzlich gilt: Die Kernproblematik beschreibt die klassische Frage, ob Wirtschafts- oder IT-Vorgaben im Vordergrund stehen? Zwar gibt es noch die eine oder andere Firma, die Geschäftsführung und IT-Verantwortung strikt trennt, aber das ist mittlerweile die Ausnahme. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil wird in Zukunft die engere Verknüpfung des jeweiligen Segments samt Unternehmensprozess sein.

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