Wer kennt sie nicht: Vorträge in Meetings oder Referate in der Uni, gerne begleitet von PowerPoint-Präsentationen – und den damit verbunden Möglichkeiten. Doch oftmal kam es ganz anders: ein Template mit „kreativer“ Farbgebung, erschlagende Textwände, Stockbilder wie aus dem Horror-Kabinett oder wahrgewordene Animations(alp)träume… und so manches Mal war man sich nicht ganz sicher: Ist das ernst gemeint oder eine kabarettistische Einlage?

Präsentationen, die begeistern und beim richtigen Publikum ankommen – das ist das Ziel der 2004 gegründeten Präsentationsagentur EXPLAIN. Doch das Leistungsspektrum der deutschlandweit führenden Agentur für Präsentationen endet nicht bei Folien, die ein bisschen Kosmetik brauchen.

Ganzheitlichkeit als Ziel

Wenn Kunden zu EXPLAIN kommen, dann geht es nicht um ein paar Folien: „Wir gehen mehr an die Basis ran“, so Mara Gerstner, Head of Concept bei EXPLAIN. Gemeint sind damit Workshops, um das Unternehmen und die Marke kennenzulernen und dessen Essenz herauszufiltern. Die relevanten Inhalte, die das Unternehmen einzigartig machen und zum Kommunikationsziel passen, stehen hier im Mittelpunkt.

„Eine Präsentation kann man mit einem Auto vergleichen“, erklärt Marco Ruess, Head of Consulting – Creativity bei EXPLAIN. „Viele schauen vielleicht auf die Farbe oder die Ausstattung. Wir aber würden das Auto in seine Einzelteile zerlegen und den Kunden zu seinen Gewohnheiten ausfragen. Mit dem Beantworten vielfältiger Fragen können wir ihm ein individuelles Fahrzeug bauen, mit dem er seine Kommunikation transportiert“. Doch das ist nicht alles. Ganzheitlichkeit wird auch durch die drei Teilbereiche generiert, die für die Präsentationsagentur quasi der Grundbaustein aller Präsentationen sind: Inhalte verstehen und konzipieren, Folien designen und umsetzen sowie Menschen trainieren und ausstatten. Für jeden dieser Teilbereiche hat die Agentur eigene Qualitätskriterien erstellt, die bei den vielseitigen Projekten als Agenda dienen.

In den Büroräumen von EXPLAIN werden Präsentationen erstellt und Sprecher trainiert. (Foto: EXPLAIN)

„Meistens müssen wir unseren Kunden zwei Zähne ziehen: Viele haben zunächst kein Wissen darüber, wie viel Arbeit hinter einer guten Präsentation steckt und wie wichtig es ist, sich über grundlegende Sachen Gedanken zu machen“, so Marco.
Dass das Team ständig neue Ideen haben muss, zeigt die Vielzahl an verschiedenen Kunden und Auftraggebern: von kleinen IT-Firmen über die Deutsche Bahn oder den Bundestag bis hin zu DAX 30 Unternehmen wie adidas. Herausfordernd seien vor allem Projekte mit Kunden, die visuell selbst schon viel ausprobiert haben. Aber auch Kunden ohne ein griffiges Produkt, wie IT-Unternehmen, halten das Team auf Trab, da es hier wiederum unendlich viele Darstellungsmöglichkeiten gibt: „IT-Unternehmen bieten häufig ganz vielschichtige Leistungen an. Da muss zuerst geschaut werden, worin die Einzigartigkeit, die Essenz des spezifischen Unternehmens besteht. Häufig hilft es, darüber zu sprechen, was eine unerwartete Analogie oder Metapher sein könnte, um ein Thema andersartig zu verpacken“, erklärt Mara.

Präsentorik ist bei EXPLAIN Unternehmenssache

Im Jahr 2015 übernahm EXPLAIN die offizielle Wortpartnerschaft für das Wort Präsentorik. Das Kunstwort setzt sich aus den Worten Präsentation und Rhetorik zusammen und bedeutet für EXPLAIN die Vereinigung von Redekunst mit der (modernen, mediengestützten) Präsentation und der Persönlichkeit des Sprechers.

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EXPLAIN ist offizieller Pate des Wortes Präsentorik. (Bild: EXPLAIN)

Passend dazu ist die Präsentationsagentur eine Kooperation mit Europas einzigem Institut für Rhetorik an der Universität Tübingen eingegangen, lehrt dort Präsentationskompetenz und macht Präsentationstrainings für Studierende der DHBW Ravensburg, dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam sowie der Karlshochschule. Und auch sonst wird das volle Maß an Präsentationskultur ausgelebt: „Vom Azubi bis zum CEO steht bei uns fast wöchentlich abwechselnd jemand auf der Bühne. Man sollte also eine gewisse Bühnenpräsenz mitbringen“, erklärt Marco. Eine gute Trainingsgrundlage stellt auch sicherlich die von EXPLAIN ins Leben gerufene EXPLAIN STAGE dar: ein Veranstaltungsformat, bei dem interne und externe Sprecher dem Publikum erzählen, was sie schon immer einmal mit der Welt teilen wollten.

Und wie ist das mit dem Lampenfieber? Immerhin ist die Redeangst eine der größten menschlichen Ängste ist…

The stage shapes the Speaker

„Die ersten drei Präsentationen waren für mich furchtbar und brachten mich zum Schwitzen. Spätestens nach dem Auftritt auf der EXPLAIN STAGE im Filmpalast im ZKM war das geschafft“, lacht Mara. Marco stand ebenso schon mehrmals auf der EXPLAIN STAGE. „Man bereitet sich monatelang vor und will dann irgendwann auf die Bühne – manchmal, um es hinter sich zu bringen. Dann aber, wenn man in diesem Bad an Menschen war, will man sofort wieder rauf“, erklärt Marco. Generell gehen die Präsentatoren bei EXPLAIN ganz unterschiedlich mit dem Thema Lampenfieber um: „Viele schwören auf Sport vor großen Auftritten. Anderen hilft es wiederum, viele Proben zu machen, um so innere Sicherheit zu erlangen und möglichst viele Szenarien durchzuspielen“. Ein bisschen Aufregung bleibe laut Marco aber immer.

Präsentationsziele: Ein Rezept, um unvergesslich zu bleiben?

Kommen wir zum Anfangsproblem: Viele der Schulreferate oder Vorträge an der Uni waren nicht nur unschön anzusehen, der ganze Vortrag wirkte oftmals unrund und blieb meistens auch nicht im Gedächtnis. Bei der unabhängigen Studie „Publikumeter 2012“ wurden 5.000 Personen aus dem Top-Management nach ihrer Meinung zu Businesspräsentationen befragt. Dem Ergebnis der Studie zufolge werden 82 Prozent aller Präsentationen als langweilig eingestuft, 14 Prozent als zielführend und nur 4 Prozent als begeisternd. Da scheint es noch viel Nachholbedarf zu geben.

„Es gibt verschiedene Präsentationsziele“, erläutert Mara. So könne man als Präsentator das Ziel haben, ein Publikum zu begeistern (beispielsweise bei einem Investoren-Pitch) oder Menschen zu inspirieren und emotional zu berühren. Ein weiteres Ziel könnte aber auch das schlüssige Präsentieren von Argumenten sein, beispielsweise bei einer Vertriebspräsentation. EXPLAIN hat dazu eine ganze Matrix an verschiedenen Präsentationszielen erstellt.

Wichtig ist auch, sich das „Warum“ der Präsentation vor Augen zu halten. Ziele gibt es also viele, eine kleine Grundregel gibt es laut Mara aber: „Man hat immer eine Information zu vermitteln, man beeinflusst die Zuhörer und ein Vortrag beinhaltet immer auch Unterhaltung. Wer das richtige Maß findet, der erreicht auch sein Präsentationsziel.“ Das A und O sei jedoch immer schon im Entwicklungsprozess zu wissen, wer im Publikum sitzt, und zu wissen, welches Wissen und welche Bedürfnisse es hat. Dieses Publikum müsse man sich immer vor Augen halten.

Doch auf die Pflicht folgt die Kür: Unvergesslich bleibt man nämlich, da sind sich Marco und Mara sicher, wenn man Unerwartetes kommuniziert und mit den Erwartungen des Publikums spielt: „Man kann dabei mit einer Requisite arbeiten oder mit einer Geschichte anfangen, die zunächst in eine andere Richtung lenkt“, so Mara.

One Crew – Unternehmenskultur als Motivator

Wer durch die Räumlichkeiten des Altbaus am Karlsruher Haydnplatz geht, dem fällt sofort die wohnliche Inneneinrichtung auf: hohe Decken, Dielenboden, ein Balkon, auf dem auch gerne einmal gegrillt wird sowie ein ganzes Mitarbeiterwohnzimmer, in dem auch nach Feierabend gerne noch zusammen gesessen wird.

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Der Zusammenhalt im Team ist zentral für die Unternehmenskultur. (Bild: EXPLAIN).

„Wir sind mehr als nur Arbeitskollegen. Der Zusammenhalt, das gemeinsame Ziehen an einem Strang und die Begeisterung für das, was wir tun ist uns bei EXPLAIN sehr wichtig“, erklärt Marco. So entstand auch das Konzept der „One Crew“, welches die Unternehmenskultur der Präsentationsagentur am besten beschreibt.

Entstanden ist das Konzept noch zu einer Zeit als es die Unternehmensbereiche „Presentations“ und „E-Learning“ gab. „Unser Kerngeschäft ist es, Menschen mit großartigen Präsentationen zu bewegen. Wir stellten fest, dass E-Learning diesen Kern nicht trifft und schlossen daraufhin diesen Bereich. Unser Konzept „One Crew“ drückt also auch aus, dass wir eine Belegschaft sind und es keine abgetrennten Bereiche mehr gibt“, erläutert Mara.

Und die Zukunft?

In den 13 Jahren Unternehmensgeschichte kann EXPLAIN auf vielseitige Projekte zurückblicken. Bei der Frage, welche Projekte für die Zukunft richtig spannend wären, da sind sich Marco und Mara einig: unkonventionell und mutig sollen sie sein. Ebenso schätzen Marco und Mara ihre bisherigen und künftigen Kunden, die den Wert von Kommunikation verstanden haben und diesen nicht an PowerPoint, sondern am ganzheitlichen Ergebnis messen. Auch technisch könnte sich künftig einiges tun, beispielsweise im Bereich Virtual Reality. Doch da lässt sich die Crew noch nicht in die Karten schauen 😉 .

Die Interviewpartner

EXPLAINMara Gerstner hat als gelernte Mode-und-Grafikdesignerin ein Auge für die schönen Dinge des Lebens. Bevor sie zu EXPLAIN kam, arbeitete sie in einer Full-Service Werbeagentur. „Zu EXPLAIN bin ich gekommen, da mich der gute Ruf gelockt hat“, lacht sie. Dort kann sie sich nun als Head of Concept mit ihrem Team an Storyboards und kreativen Präsentationskonzepten austoben.

EXPLAINMarco Ruess ist bei EXPLAIN Head of Consulting – Creativity und übernimmt die kreative Leitung der einzelnen Phasen des Projektverlaufs. Er absolvierte eine Ausbildung zum Medienkaufmann und anschließend zum Mediengestalter; die kreative Freiheit, die ihm in seinem Job gelassen wird, schätzt er sehr und das gab ihm schließlich auch den Impuls, sich vor 3,5 Jahren bei EXPLAIN zu bewerben.