Der Begriff Fachkräftemangel ist mittlerweile allgegenwärtig. Und doch scheint es so, als wenn deutsche Unternehmen sogar bei Absolventen wählerisch sind. Laut eines Berichts der Welt, finden viele ausländische Absolventen keinen Job: Die wenigsten können etwas dafür, der Mittelstand muss endlich handeln beziehungsweise umdenken.

Die Zahlen sind kaum zu verstehen. Laut Welt Online sind internationale Arbeitssuchende auch ein Jahr nach ihrem Abschluss noch ohne Anstellung. In Zahlen: 11,6 Prozent der Absolventen sind arbeitssuchend und dabei ohne jegliche Beschäftigung. 9,0 Prozent sind arbeitssuchend und arbeiten dennoch Vollzeit. 9,4 Prozent haben nicht einmal eine Anstellung.

Deutschland ist laut einer Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft in Kooperation mit McKinsey gut und billig. Deshalb soll die Zahl ausländischer Studenten auch in Zukunft steigen. 2006 waren es rund 54.000, heute sind es um die 87.000. Zählt man jene hinzu, die einen ausländischen Pass haben, aber ein deutsches Abitur, kommt man auf rund 102.000.

Ausländische Absolventen: teure Ausbildung, keine Chance

Die Studenten haben demnach keine Chance und müssen umdenken. Die Studenten, die in Deutschland oftmals teuer ausgebildet wurden und einen Abschluss gemacht haben, verlassen das Land wieder. Schuld sind sie allerdings eher weniger. Auch die Universitäten haben es verschlafen und sind mit ihrer Internationalisierung gescheitert. Auch um die Kontakte deutscher Studierender zu ihren ausländischen Kommilitonen ist es vergleichsweise schlecht bestellt: Geht es nach der Studie, hat nur jeder vierte deutsche Studierende in der Sozialerhebung 2013 des Deutschen Studentenwerks angegeben, dass er häufig oder zumindest manchmal Kontakt zu ausländischen Studierenden hat.

Der Fachkräftemangel wird sich allerdings noch verschärfen. Auch weil 50 Prozent der Unternehmen schon jetzt zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs auf ausländische Absolventen angewiesen sind. Ein Grund, warum Unternehmen von Politik und Hochschulen eine qualitätsorientierte Zuwanderungsstrategie fordern. Aber selbst die Absolventen, die gute Chancen auf einen Job haben, scheitern hierzulande. Nicht vorhandene Flexibilität und technische Anerkennungsverfahren schrecken motivierte ausländische Studierende von einem Studium beziehungsweise vor einer festen Anstellung in Deutschland ab. Speziell die Rahmenbedingungen erweisen sich unzeitgemäß und äußerst hinderlich.

Bachelor-Abschluss ohne Anerkennung

Ebenfalls auf der akademischen Abschussliste: Auch der akademische Abschluss Bachelor ist bei den mittelständischen Unternehmen hierzulande nicht sehr gefragt. Zu wenig Erfahrung, keine qualifizierte Ausbildung und kaum Lebenserfahrung sind die häufigsten Argumente. Dahingehend sollten die Hochschulen vielleicht umdenken, ihren Lehrplan überarbeiten.

In Zukunft wird sich zeigen, wie der Mittelstand mit der aufkeimenden Absolventen-Krise umgehen wird. Speziell mittelständische Unternehmen müssen umdenken, sich an die neue Situation anpassen und Vorurteile ablegen. Programme wie OpenIT, das ausländische Akademiker beim Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt unterstützt, setzen an dieser Stelle an – denn sonst wird es Deutschland im internationalen Vergleich schwer haben – egal ob Universität- beziehungsweise Job-technisch.

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