Ich musste eine ganze Weile auf die Einladung zu Amazon Echo warten. Am 12. Januar 2017 landete die E-Mail dann endlich in meinem Postfach – und schon einen Tag später stand Alexa neben uns auf der Couch. Hat der kleine schwarze Lautsprecher unser Leben seither verändert? Nein. Wird er das noch? Mit Sicherheit!

Ich befand mich damals gerade in den Flitterwochen, als ich eine Einladung nach London zu einer Pressekonfernz von Amazon bekam. Um was es genau ging, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht – und ohnehin hatte ich nicht vor, unseren Urlaub zu unterbrechen.

Kurze Zeit später fand das Event dann statt – ohne mich. Amazon kündigte an diesem Tag an, dass Amazon Echo bald auch in Deutschland erhältlich sein wird. Vorerst allerdings nur auf Einladung. Diese kann und konnte jeder anfordern. Manche erhielten sie noch im vergangenen Jahr, ich und viele andere erst Anfang Januar. Und nun steht der schwarze Lautsprecher, der auf den Namen Alexa hört, neben mir.

Was ist Amazon Echo überhaupt?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch bereits von Amazon Echo gehört haben. Für alle anderen, habe ich die wichtigsten Punkte kurz zusammengestellt.

Amazon Echo…

  • verfügt über sieben Mikrofone und arbeitet mit der Richtstrahltechnologie (Fernfeld-Spracherkennung).
  • bietet omnidirektionalen 360-Grad-Klang (63 mm-Woofer und 50 mm-Hochtonlautsprecher).
  • arbeitet mit Dualband-WLAN mit zwei Antennen (MIMO).
  • ist rund um die Uhr mit dem Sprachassistenten Alexa Voice verbunden.

Oder anders ausgedrückt: Amazon Echo ist ein Lautsprecher, den ihr mit eurer Stimme steuert. Der Alexa Voice Service lässt sich vom Prinzip her mit Apples Sprachassistenten Siri vergleichen – mit dem Unterschied, dass Alexa deutlich mehr versteht und schneller reagiert.

Was kann Amazon Echo?

Amazon Echo wurde als digitaler Sprachassistent für zuhause konzipiert. Nach der Ersteinrichtung müsst ihr nur „Alexa“ sagen, um dessen Dienste in Anspruch zu nehmen.

Alexa,

  • stelle den Wecker auf 8 Uhr!
  • was steht heute im Kalender?
  • wie wird das Wetter heute?
  • wie ist der Verkehr auf dem Weg zur Arbeit?
  • spiele Adele
  • singe mir ein Weihnachtslied
  • erzähle mir einen Witz
  • lies mein Hörbuch

Wer ein iPhone hat und seit Jahren Siri nutzt, wird jetzt sicherlich nicht begeistert sein – schon gar nicht, wenn man die schlechten Witze von Alexa kennt.

Das eigentlich Erstaunliche an Amazon Echo ist meiner Meinung nach allerdings die Fernfeld-Spracherkennung. Die Mikrofone sind so gut, dass mich Alexa selbst dann versteht, wenn ich etwas von meinem Arbeitszimmer im ersten Stock nach unten ins Wohnzimmer rufe. Dabei muss ich nicht einmal laut reden. Ebenfalls beeindruckend ist die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung. Ein Gespräch mit Alexa gleicht einem Gespräch mit einem echten Menschen. Man sagt etwas und bekommt unvermittelt eine Antwort. Durch den 360-Grad-Klang entsteht zudem der Eindruck, dass sich Alexa wirklich im Raum befindet.
Diesbezüglich hat Amazon ganze Arbeit geleistet.

Amazon Echo steuert das Smart Home der Zukunft

Derzeit steht Amazon Echo bei uns im Wohnzimmer und ich begrüße Alexa jeden Morgen mit einem „Guten Morgen!“. Daraufhin erzählt sie mir eine Anekdote zum heutigen Tag. Während ich mir einen Kaffee mache, bekomme ich eine Nachrichtenzusammenfassung sowie einen kurzen Ausblick auf das Wetter der nächsten Tage. Ab und an stelle ich noch einen Timer oder lasse sie einen schlechten Witz erzählen. Das ist ganz nett, letztendlich aber nicht mehr als eine Spielerei.

Aus dieser Spielerei wird jedoch in naher Zukunft ein echter Assistent werden, der alles um uns herum steuert und koordiniert. Sprachassistenten wie Alexa werden ein fester Bestandteil unseres Alltags sein – wie man es aus Science-Fiction-Filmen kennt.

Schon heute beherrscht Alexa eine ganze Reihe von Skills:

  • Alexa, bestell mir ein Taxi via mytaxi!
  • Alexa, schalte das Licht im Wohnzimmer ein!
  • Alexa, stell die Temperatur im Badezimmer auf 20 Grad!
  • Alexa, dimme das Licht!

Der einzige Grund, warum ich all diese Funktionen nicht nutzen kann, ist die Tatsache, dass es bei uns in der Umgebung weder myTaxi gibt, noch haben wir in unserem Haus aktuell Smart Home-Technologien. Das Problem ist also vielmehr die fehlende Infrastruktur, und weniger die künstliche Intelligenz hinter Alexa. Zudem fehlen natürlich gerade im Smart Home-Bereich noch einheitliche Standards.

Meiner Meinung nach steuern wir in zehn Jahren unsere Häuser und Wohnungen mit Sprachassistenten wie Amazon Echo. Das mag für den ein oder anderen unvorstellbar sein, aber der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, auch nicht durch falschverstandene Datenschutzbedenken 😉